Sedelsberg/Friesoythe - Der Tierschutzverein Friesoythe und Umgebung hat sich am Donnerstag zu den finanziellen Schwierigkeiten im Sedelsberger Tierheim geäußert. Demnach seien die explodierenden Kosten Schuld an der Misere.
Stelle man dem jährlichen Lohnkosten-Zuschuss des Landkreises Cloppenburg in Höhe von 45 000 Euro die tatsächlichen Kosten von über 70 000 Euro gegenüber, so werde schnell klar, dass die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins nichts für den finanziellen Notstand könnten, heißt es von Seiten des Vereins. Und durch den erhöhten Mindestlohn werde die Lage im kommenden Jahr nicht einfacher.
So hatte die Kassenwartin des Tierschutzvereins, Hildegard Behrens, bei einem kürzlich stattgefundenen Gespräch zwischen Vertretern des Landkreises, Vorstandsmitgliedern des Tierschutzvereins sowie Tierheimleiterin Rita Schulte deutlich gemacht: „Spätestens im Januar 2017 sind wir insolvent“.
Zu viele Katzen geboren
Ein großes Problem sieht der Tierschutzverein vor allem bei den Katzen. „Ein Trauerspiel der besonderen Art.“ Trotz Kastrationsverordnung würden immer noch viel zu viele Katzen geboren. „Die Maßnahme greift einfach nicht, weil sie nicht überprüft wird“, so Rita Schulte. So würden derzeit 70 Katzen im Tierheim an der Friesoyther Straße auf ein neues Zuhause warten.
Über 300 Katzen mussten in diesem Jahr schon abgelehnt werden, teilt der Tierschutzverein mit. Viele der Katzen seien krank und müssten tierärztlich versorgt werden.
Auch das koste Geld und sehr viel Zeit, was wiederum die Überstundenzahlen in die Höhe treibt. Die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter sei enorm hoch, so Elke Striowsky, Schriftführerin des Vereins. Um weitere Mitarbeiter einzustellen, fehle das Geld.
Spenden wichtig
Darum sind auch Spenden für den Verein so wichtig. Denn sämtliche Sanierungen im Tierheim schultert dieser aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Um kranke Katzen vernünftig unterzubringen, sei im vergangenen Jahr die Quarantänestation auf Kosten des Tierschutzvereins erneuert worden, heißt es in der Mitteilung weiter. Außerdem mussten dringend die Fußböden in den Zwingeranlagen der Hunde saniert werden, so der Verein.
Vorsitzende Veronika Tholen bedankt sich für die Bereitschaft des Landkreises und der Gemeinden, über ein Sofortprogramm für den Tierschutzverein zu beraten. Wie berichtet, finden derzeit Beratungen der Gremien des Landkreises Cloppenburg zu einem Soforthilfeantrag zur Abwendung einer drohenden Insolvenz statt.
