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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Von 80 Geschäften akzeptiert

23.02.2019

Einbeck Knapp ein Jahr nach der Einführung ihrer Regionalwährung hat die Stadt Einbeck eine zurückhaltende Zwischenbilanz gezogen. Der „Einbecker Zehner“ werde von Geschäften und Nutzern relativ gut angenommen, sagte der stellvertretende Bürgermeister Florian Schröder. Nach Angaben der städtischen Marketinggesellschaft akzeptieren mittlerweile knapp 80 Geschäfte die Regionalwährung. Ursprüngliches Ziel war es, schon zum Start des Projektes im März 100 Teilnehmer zu gewinnen.

Vor allem Dienstleister machten noch nicht so mit wie erhofft, sagte Marketing-Chef Florian Geldmacher. Die Zahl der in Umlauf gebrachten Zehner könnte gerne höher sein, sagte er. Derzeit würden jeden Monat etwa 400 Zehner neu ausgegeben. Die Regionalwährung soll zum Bezahlen in heimischen Geschäften dienen. Ziel des einem Gutscheinsystem entsprechenden Zehners ist es, die Kaufkraft in der 33 000 Einwohner starken Stadt zu halten.

Das mit demselben Ziel gestartete Göttinger Regionalgeld „Augusta“ war Mitte 2011 wieder vom Markt genommen worden. Obwohl sich rund 70 Geschäfte bereit erklärt hatten, hatte sich das Modell nicht bewährt. Auch der Lüneburger „Lunar“ wurde 2015 wieder eingestampft. Die Resonanz war zu gering.

Ein ähnliches Schicksal haben nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank die meisten Regionalwährungen. Die Versuche von Kommunen, durch eigenes Geld die örtliche Nachfrage zu beleben und eine identitätsstiftende Wirkung zu erzielen, seien nur mäßig erfolgreich.

In Einbeck wurden laut Stadtmarketing an den drei Ausgabestellen bisher insgesamt rund 3500 „Einbecker Zehner“ ausgegeben. Deren Wert beträgt zusammen 35 000 Euro. Ein Großteil der Scheine werde von den Erwerbern als Geschenk verwendet, sagte Marketing-Chef Geldmacher. „Man kann beispielsweise ins Kino gehen, Eis essen oder sich ein Buch kaufen“, sagte Geldmacher. Die Läden könnten die Zehner bei der Banken wieder gegen Euro tauschen.

Geldmacher hofft auf eine erhebliche Belebung des Systems zu Ostern und zum Muttertag. Dann solle jedenfalls die Werbetrommel für die Regionalwährung noch einmal gerührt werden. Bis Ende 2021 solle es den „Einbecker Zehner“ in jedem Fall noch geben.

Wie es dann weiter geht, sei noch offen. Möglicherweise wäre es sinnvoll, auf eine regionale digitale Währung umzustellen, überlegt der Marketing-Chef. „Das wäre dann auch etwas für eine jüngere Zielgruppe.“

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