Hude - Auf eine Reise nach Banjul ging es für den Landfrauenverein Neuenkoop bei seinem ersten Treffen des Jahres im Huder Gasthaus „To´n drögen Schinken“. Zwar nur auf der Leinwand, aber dafür mit vielen interessanten Reiseeindrücken. Gastreferentin Inse Böning berichtete von ihrer abenteuerlichen Afrika-Tour, die sie vor zwei Jahren antrat. Doch bevor die Oldenbrokerin mit ihrem persönlichen Reisetagebuch startete, hielten Inge Kayser und Gertrud Rüdebusch einen Vortrag über Lebensmittelverschwendung.

6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel würden jedes Jahr weggeschmissen. Das macht im Schnitt 53 Kilo pro Person und Jahr, berichteten die beiden Mitglieder des Fachausschusses Familie und Gesellschaft, betroffen vom Umgang mit der Nahrung, an dem auch Gesetze und Bestimmungen nicht ganz unschuldig seien. Clever einkaufen, richtig lagern und kreativ kochen seien Dinge, mit denen jeder etwas bewusst dagegen tun könnte, war das Fazit der beiden Frauen.

Anschließend startete Inse Böning ihren Reisebericht. Nach einer zum Glück gut überstandenen Brustkrebserkrankung im Jahr 2009 benötigte die vierfache Mutter dringend eine Auszeit. Als ihre Freundin Edith von dem Konvoi erzählte, der jedes Jahr mit alten Autos nach Gambia zieht, war sie sofort begeistert. Vollgestopft bis unter das Dach mit Altkleidern und anderen ausrangierten, aber in dieser Region sehr begehrten Dingen, startete am 27. Dezember 2010 die vierwöchige Tour. Dabei war das Ziel für Böning eigentlich eher nebensächlich. Die lange Liste der notwendigen Impfungen war jedoch, nach der gerade abgeschlossenen Chemotherapie, nicht ganz unbedenklich. Gedanken über eventuelle Gefahren, die auf der rund 8000 Kilometer langen Strecke lauern könnten, machte sie sich keine, denn für Teamleiter Dieter Schweer war es bereits die 29. Reise in das Land. Böning vertraute auf seine Erfahrungen.

Die mitgenommenen Dinge und sechs Fahrzeuge sollten im Laufe der Reise verkauft werden, um damit den Rückflug zu finanzieren. „Ein Hilfskonvoi war es darum eigentlich nur für mich ganz persönlich“, erklärte Böning, die diese Tour als eine Kur ansah. Über verschneite französische Bergpässe bahnte sich der Konvoi seinen Weg durch Spanien über das Mittelmeer nach Marokko. Mit jedem Kilometer Richtung Äquator wurde die Strecke wärmer und riskanter.

Dinge, wie einige Tropfen aus rostigen Wasserhähnen, lernte Böning dabei ganz neu zu schätzen. Der Zusammenhalt der neunköpfigen, zufällig zusammengewürfelten Reisegruppe war ein besonderes Erlebnis, genau wie die Pannen der für hiesige Verhältnisse fast schrottreifen Fahrzeuge, die auf abenteuerliche Weise immer wieder zusammengeflickt wurden. Besonders riskant waren fünf Kilometer im gesetzlosen „Niemandsland“ vor Mauretanien, wo eigentlich fünf der sechs Fahrzeuge verkauft werden sollten, doch daraus wurde nichts. Nach dem Passieren Senegals gelangte die Truppe schließlich doch noch wohlbehalten nach Gambia. Dort übernahm ein alter Bekannter des Tourleiters später den Verkauf der Fahrzeuge, so dass alle mit dem Flugzeug den Rückflug antreten konnten.