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Hundenachwuchs Rasselbande auf 60 Pfoten

Jens Milde

Abbehauserwisch - Satt und zufrieden liegt die Rasselbande im Stroh. Nach der Fütterung ist Ruhe angesagt. Da kuscheln sich die Welpen aneinander und genießen die Wärme des Rotlichts, das Rüdiger Wemken im Stall angebracht hat. Der 35-Jährige kann sich ein Lächeln nicht verkneifen, wenn er den Hundebabys zusieht. Fünfeinhalb Wochen sind sie jetzt alt. Und putzmunter – es sei denn sie haben gerade ihr Welpenfutter verputzt.

Jagdhündin Asta, ein Kurzhaar-Drahthaar-Mischling, hat Anfang Januar 15 Welpen zur Welt gebracht. Ein rekordverdächtiger Wurf. Wie geht’s den Hundebabys heute? Rüdiger Wemken ist sehr zufrieden: „Allen Hundebabys geht’s gut. Sie haben sich prächtig entwickelt.“ Inzwischen sind sie von der kleinen Wohnung an der Viktoriastraße, die sich der Landwirt mit seiner Lebensgefährtin Melitta Kruse teilt, auf den Bauernhof in Abbehauserwisch (Nordenham, Kreis Wesermarsch) umgezogen. Hier haben die Hunde mehr Platz. Und weil sie keine Rund-um-Uhr-Versorgung mehr benötigen, war der Umzug auf den Hof, den der Landwirt gemeinsam mit seinen Eltern betreibt, die beste Lösung.

Fünf Mahlzeiten

Auch wenn Rüdiger Wemken und seine Lebensgefährtin nicht mehr 24 Stunden in der Nähe sein müssen, so bestimmen die Welpen nach wie vor den Alltag der beiden. Fünfmal am Tag – um 6, um 10, um 14, um 18 und um 22 Uhr, verteilt der Landwirt fünf Fressnäpfe im weitläufigen Welpenstall. Und dann stürzen sich die Hundebabys auf die eingeweichten Getreide-Fleischbrocken. Mama Asta kommt nur noch dreimal am Tag in den Stall. Dann können die Welpen an ihren Zitzen saugen. Aber so langsam müssen die Kleinen von der Muttermilch entwöhnt werden. Schließlich kommen die ersten Welpen acht Wochen nach der Geburt in neue Hände.

Mutter Asta geht’s den Umständen entsprechend gut. „Sie hat etwas Fell verloren. Das ist hormonell bedingt und völlig normal“, sagt Rüdiger Wemken. Er wiegt die Welpen immer noch jeden Tag. Sie sind zwischen 3,0 und 4,2 Kilo schwer. Jeden Tag bekommen sie frisches Stroh.

Rüdiger Wemken will einen der 15 Welpen behalten. Er hat sich gleich nach der Geburt für eine Hündin entschieden. Sie bekommt den Name Aska. 12 Welpen sind bereits vergeben. Ihre neuen Besitzer kommen zum Teil von weit her: zum Beispiel aus Braunschweig, Dortmund und Hildesheim. Drei Rüden sind noch zu vergeben.


Wenn die Welpen gerade nicht schlafen, dann toben und tapsen sie in ihrem Auslauf umher und fiepen um die Wette. Von der Decke baumelt ein Band mit einem Stück Stoff, an dem die Babys prima ihre Zähnchen ausprobieren können. In der einen Ecke zanken sich zwei Geschwister um den quietschenden Igelball. Besucher sind der größte Hit für die Rassenbande. Da können die Babys prima an den Hosenbeinen des Fremden herumzupfen.

Wie die Mama

Um die Welpen auseinanderhalten zu können, hat Rüdiger Wemken ihnen Halsbänder in unterschiedlichen Farben verpasst. Charakterlich unterscheiden sich die Hundebabys schon jetzt beträchtlich. Da gibt es die Rabauken, die bei jeder Rauferei im Hundestall gerne mitmischen, und da gibt es die Zurückhaltenden, die sich das Welpengewusel lieber aus sicherer Entfernung anschauen. Insgesamt haben sich eher die Muttergene durchgesetzt. Rüdiger Wemken beschreibt Asta als ruhige, umgängliche Jagdhund-Dame. Und diese Charakterzüge kommen auch bei ihrem Nachwuchs schon deutlich zum Vorschein.

Ein Blick ins Welpengehege ist spannender als jedes Fernsehprogramm. Das findet auch Tochter Lea. Die Achtjährige kann sich stundenlang mit den Babys beschäftigen. Aber schon bald heißt es Abschiednehmen. „Das ist schon ein komisches Gefühl“, sagt Rüdiger Wemken, „man hängt schließlich an den Hunden.“ Andererseits sehnt er sich aber auch zurück nach dem Leben vor dem großen Welpenwunder. Mehr Freizeit dürften die Familie dann auf jeden Fall wieder haben.

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