Wildeshausen - Es ist eine Schönheit auf den zweiten Blick, das Arboretum in Wildeshausen. 1999 wurden hier auf Initiative der Rotarier die ersten von inzwischen 120 Großbäumen gepflanzt (die NWZ berichtete). Der 3,5 Hektar große Baumgarten, der am Südring in direkter Anbindung an den Waldlehrpfad Lehmkuhle liegt, ist mit seinen rund 5000 Sträuchern, Bäumen, zwei Überflutungspoldern und einer Streuobstwiese ein echtes biologisches Kleinod. Für die Tierwelt gibt es Insektenhotels, Nist- und Bienenkästen. Ein 800 Meter langer Wanderweg führt durch die grüne Oase und bindet sie an den Waldlehrpfad in der Lehmkuhle an.
Damit dieses Kleinod künftig leichter zu erreichen und besser zu finden ist, haben Dr. Volker Kuhlmann und Dieter Brüggmann vom Rotary Club sich einiges einfallen lassen.
„In Vorbereitung ist eine Ausschilderung am Südring, zu der der Landkreis allerdings noch sein Okay geben muss“, erläutert Kuhlmann. Damit künftige Besucher ihren Pkw abstellen können, hat der Bauhof außerdem den Eingangsplatz mit kleinen Findlingen gesäumt. „Ein Parkplatzschild kommt noch“, sagt Kuhlmann. Zudem ist die Schutzhütte am Eingang überholt worden.
Auch den langfristigen Bestand des Arboretums haben die Rotarier gesichert. Bisher hatte die Stadt das Gelände nur bis 2020 zur Verfügung gestellt, inzwischen wurde der Vertrag bis 2032 verlängert.
„Wir arbeiten prima mit der Stadt zusammen, die zum Beispiel die Wege schlegelt, und den Rest stemmen wir mit viel Eigenarbeit und Spenden“, erläutert Kuhlmann. Auch er selbst ist häufig im Baumgarten zu finden, nicht zuletzt um in trockenen Phasen Wasser per Kanister anzuschleppen. „Eine Wasserleitung fehlt bislang leider noch“, bedauert er.
Ihm schwebt auch das Anlegen mehrerer Pfade vor: zum Beispiel ein „Pfad des Naschens“ mit Beerensträuchern und anderen Leckereien oder ein „Pfad der nackten Füße“ mit unterschiedlichen Bodenmaterialien. „Außerdem wollen wir einen Zugang zum Wasserbecken schaffen und dort eine Bank aufstellen“, ergänzt Brüggmann.
„Uns ist wichtig, dass wir keine Elitegruppe sind, sondern auf bürgernahes Engagement setzen und gerade auch die Jugend hier einbinden wollen“, betont Kuhlmann. So seien Kindergärten und Schulen jederzeit eingeladen, das Areal näher zu erkunden. In diese Richtung zielt auch der geplante Internetauftritt des Arboretums.
Bis zum „Tag der offenen Tür“ im nächsten Jahr wollen die Rotarier mit ihren neuen Projekten im Baumgarten fertig sein. Spaziergänger und Naturfreunde sind aber schon jetzt eingeladen, sich ihr ganz persönliches Bild von der Schönheit auf den zweiten Blick zu machen.
