Stuttgart - Der Einfluss des früheren Autopatriarchen Ferdinand Piëch auf den Autobauer Volkswagen sinkt weiter: Der frühere VW-Konzernlenker hat ein milliardenschweres Aktienpaket an der VW-Dachgesellschaft Porsche SE verkauft.
Der Anteil gehe an Angehörige der Familien Porsche und Piëch, teilte die Finanzholding am Montag mit. Bisher hält Piëch 14,7 Prozent an der Holding, die wiederum die Mehrheit der Stimmrechte am Autobauer VW hält. Nur noch ein geringer Anteil dieses Aktienpakets bleibt ihm künftig.
Überraschend soll er aber vorerst im Aufsichtsrat der Porsche SE bleiben. Der 79-Jährige sitzt schon seit 1981 in dem Kontrollgremium von Porsche. Auf der Hauptversammlung der Firma Ende Mai in Stuttgart soll er in seinem Amt bestätigt werden.
Die Porsche SE ist seit 2007 eine reine Beteiligungsfirma ohne Autoproduktion. Bei dem einflussreichen Unternehmen haben die Familien Porsche und Piëch das Sagen. Dadurch können sie auch Volkswagen steuern – die Porsche SE hält die Mehrheit der Stimmrechte an VW.
Piëch war jahrzehntelang einer der wichtigsten Akteure in der deutschen Autobranche. Er war Vorstandschef von Audi und dann Volkswagen, 2002 rückte er an die Spitze des VW-Aufsichtsrats. Nach einem internen Machtkampf mit dem damaligen Vorstandsboss Martin Winterkorn legte Piëch im April 2015 alle seine VW-Ämter nieder.
