Emden/Aurich - Der Streit zwischen einer Tochtergesellschaft des Windanlagenherstellers Enercon und der Gewerkschaft IG Metall um die Versetzung von Betriebsräten ist beigelegt. Beide Seiten hätten einen gerichtlich festgestellten Vergleich nach der Zivilprozessordnung geschlossen, sagten Sprecher beider Seiten am Donnerstag. Danach werden die fünf klagenden Arbeitnehmer von ihrer derzeitigen Tätigkeit bei der Enercon-Tochter Gusszentrum Ostfriesland (GZO) freigestellt und verlassen das Unternehmen auf eigenen Wunsch.
Enercon und die Gewerkschafter bewerteten das Ergebnis unterschiedlich. Das Verhältnis zwischen dem Unternehmen und der IG Metall ist seit Jahren angespannt.
Die klagenden Kollegen hätten viel bewirkt, am Ende aber würden sie das Unternehmen verlassen, bedauerte Michael Hehemann von der IG Metall Emden: „Das sollte so nicht wieder vorkommen.“
Das Verhältnis zum Arbeitgeber sei inzwischen sehr belastet, begründete Betriebsräte-Anwalt Daniel Weidmann die Beendigung der Arbeitsverhältnisse. Es gebe aber jetzt eine Betriebsvereinbarung über die neue Verteilung der Arbeit. Um die Umsetzung müssten sich die verbliebenen Betriebsräte kümmern.
GZO-Geschäftsführer Ralf Kelling hätte sich schon früher eine Lösung gewünscht: „Wir ziehen damit einen Schlussstrich unter dieses Kapitel“, erklärte er. Ein für Montag (4. April) angesetzter Termin am Arbeitsgericht Emden ist damit aufgehoben.
Hintergrund des Streits war die Versetzung der fünf GZO-Mitarbeiter im Sommer 2014 aus der Formerei in einen anderen Produktionsbereich. Ein halbes Jahr später wurden sie erneut versetzt. Die IG-Metall-Mitglieder waren nach Ansicht ihres Anwalts Daniel Weidmann überzeugt, dass ihr gewerkschaftliches Engagement Grund der Versetzungen war. Demnach seien die neuen Arbeiten deutlich schlechter als der vorangehende Arbeitsbereich gewesen. Enercon hatte die Vorwürfe dagegen als Kampagne bezeichnet.
