Bonn/Dortmund/Oldenburg - Vor Beginn der dritten Tarifrunde bei der Deutschen Post an diesem Donnerstag) in Neuss haben die Beschäftigten mit Warnstreiks den Druck auf das Unternehmen erhöht. In neun Bundesländern folgten 2200 Zusteller am Mittwoch dem Aufruf zu Arbeitsniederlegungen. Auch in Oldenburg gab es einen Warnstreik. Rund 250 Beschäftigte beteiligten sich an der Aktion an der Hauptpost.
Die Gewerkschaft möchte bei den Verhandlungen ein Ergebnis erzielen. Für diesen Freitag wurde bereits eine Sitzung der Tarifkommission ebenfalls in Neuss anberaumt.
Die Arbeitsdirektorin der Deutschen Post, Angela Titzrath, zeigte sich zuversichtlich, bald zu einer Einigung zu kommen. „Wir hoffen, die sachliche und konstruktive Atmosphäre der vorangegangenen Runden wieder aufnehmen zu können“, erklärte sie.
Die Gewerkschaft fordert für die 132 000 Tarifbeschäftigten sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 140 Euro mehr im Monat. Außerdem soll die Postzulage für die rund 43 000 Beamten neu geregelt werden. Die Post will ein Angebot vom Verhandlungsverlauf abhängig machen. „Die Chancen stehen aber gut“, sagte ein Sprecher.
Nach weiteren Angaben der Post blieben die Warnstreiks bislang ohne größere Auswirkungen. In den bestreikten Gebieten sei es lediglich zu Verzögerungen von höchstens einem Tage gekommen. Insgesamt waren von den Streikmaßnahmen seit der vergangenen Woche den Angaben zufolge 9,4 Millionen Briefsendungen betroffen. Das ist rund 2,5 Prozent der gesamten Menge, die die Post in diesem Zeitraum gewöhnlich befördert.
