EINSWARDEN - Noch ist viel Platz in den frisch renovierten Zimmern: im Spielzimmer mit der gemütlichen Leseecke, im Gruppenraum mit Kaufmannsladen und Holz-Spielzeug-Küche und im großzügigen Küchenbereich. Das soll sich möglichst bald ändern in der Kindergroßtagespflegestelle „De Lütten Trolle“ an der Werftstraße 12. „Wir hoffen, diese Räume in den nächsten Monaten mit Leben füllen zu können“, sagte Alexandra Ley am Freitag bei der offiziellen Einweihung der Einrichtung in Trägerschaft des CVJM-Sozialwerkes Wesermarsch.
Die Diplom-Pädagogin und ausgebildete Tagespflegeperson und ihre beiden Kolleginnen Anja Harms und Mandy Märtens, ebenfalls beide qualifizierte Tagesmütter, haben eine GbR gegründet und sich mit „De Lütten Trolle“ selbstständig gemacht. Seit der Eröffnung im August betreuen sie drei Kinder, bis zu zehn kleine Trolle von vier Monaten bis zum Grundschulalter sollen es werden, die sich in den drei Gruppenräumen und auch im Garten tummeln können – und das von 6 bis 19 Uhr und nach Absprache.
In hellen, warmen Farben und mit viel Liebe zum Detail haben die Frauen die Pflegestelle – in Eigentum des CVJM-Sozialwerkes und zuletzt als Verwaltungsgebäude genutzt – eingerichtet, mit Spielzeug bestückt und auch bei der Wandbemalung selbst den Pinsel geschwungen.
Und viel Überzeugung mit eingebracht: Ley, bis vor kurzem in der Behindertenarbeit des Sozialwerkes tätig, hatte ihre beiden Kolleginnen beim Tagespflegekursus kennen gelernt. Als das CVJM-Sozialwerk Fördergelder vom Land Niedersachsen für die Pflegestelle in Aussicht gestellt bekam, haben die drei Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.
„Ich habe in meinem privaten Umfeld immer das Problem gesehen: Wie verbindet man Familie und Beruf?“, erzählt Ley. Deshalb wende sich die Tagespflegestelle an Familien, in denen die Mutter ihren Arbeitsplatz behält. „Wir sind flexibel. In kleinen Gruppen können wir die Kinder individuell betreuen“, betont die 34-Jährige.
Kollegin Märtens, selbst Mutter von einem Zweijährigen, hat auch gute Gründe für ihren neuen Job: „Ich habe etwas gesucht, wo ich meinen Sohn am Nachmittag auch mal mitbringen kann.“ In ihrem Beruf als Vermessungsingenieurin war das nicht möglich. Auch Harms, Mutter von drei erwachsenen Kindern, konnte ihren Beruf als Krankenschwester nicht mehr ausüben, als die Kinder noch klein waren. Viel Motivation also, mit der die drei Frauen an die Arbeit gehen.
Landrat Michael Höbrink, der den Tagesmüttern zur Eröffnung einen Obulus für Spielzeug sowie dem CVJM-Sozialwerk den Bewilligungsbescheid des Ministeriums überreichte, pflichtete den Frauen bei: „Ihr Anliegen ist ein wesentliches. In unserer Gesellschaft funktioniert die Verbindung von Familie und Beruf noch nicht gut.“
Nicht nur für die Kleinen, auch für die Eltern wolle man etwas tun, sagte Sozialwerk-Geschäftsführer Jürgen Lahode. „Wir haben uns genau dem verschrieben.“
