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Luisenhof Ein Porsche ist auch auf dem Acker cool

EINSWARDEN - Die schönsten Objekte eines Autohauses stehen immer ganz dicht am Schaufenster. Im Porsche-Zentrum Oldenburg an der Nardorster Straße sind dies zwei schwarze Porsche Panamera – der eine Viersitzer soll 126 000 Euro kosten, der andere 134 000 – und ein leuchtend roter Porsche-Trecker vom Typ Junior 109. „Inzwischen hat jedes der 85 Porsche-Zentren in Deutschland seinen eigenen Porsche-Trecker“, sagt Stefan Maraun, der Chef des Hauses.

Dieser Satz macht klar, wie richtig die zwölf Zehntklässler der Schule Am Luisenhof mit ihrem Porsche-Trecker-Projekt liegen. Denn ein Porsche ist auch dann cool, wenn er 15 PS hat und über einen Acker rumpelt.

Norbert Geyer hilft

Am Donnerstagvormittag hat die Arbeitsgruppe das Porsche-Zentrum besucht und viel Neues über den legendären Trecker erfahren. Seit Mai vergangenen Jahres restaurieren die Schüler einen Porsche Junior 109 und sind damit schon sehr weit gekommen. Das Fahrzeug aus dem Baujahr 1961 lief bis 1989 in Siedenburg im Landkreis Grafschaft Diepholz und stand dann in einer Scheune, wo ihn Norbert Geyer entdeckte und kaufte.

Norbert Geyer besitzt ein mittelständisches Metallbauunternehmen in Berlin und Desssau, wohnt aber in Burhave und ist ein Freund des Realschul-Rektors Wolfgang Battenberg. Als sozialer Mensch hat er den Luisenhof-Schülern einen alten Trecker gekauft – und seinen eigenen Auszubildenden auch. Zudem unterstützt er die Restaurierung mit großzügigen Spenden.

Das ist auch nötig, wie der Hauptschul-Rektor Wilfried Batschat sagt, Denn die Wiederherstellung des alten Arbeitsgeräts ist nicht ganz billig, weil sie sich an die Vorgaben des Porsche-Diesel-Clubs hält, der Wert auf möglichst große Nähe zum Original liegt. „Treue zum Original sichert einen hohen Wiederverkaufswert“, sagt der Porsche-Enthusiast Dr.-Ing. Helmut Schulz aus Bockhorn.


Der Bauingenieur fährt seit 40 Jahren Porsche und war einer der Ersten, die auch einen Porsche-Trecker hatten. 1989 kaufte er einem Bauern in Ostrhauderfehn für 1500 DM den Schlepper ab, der jetzt im Porsche-Zentrum steht. Er macht keinen Hehl daraus, dass er damals dafür belächelt wurde. Heute gehöre der Porsche-Trecker für viele Porsche-Sportwagenfahrer dazu.

Mit viel Begeisterung erzählte Schulz den Schülern die Geschichte des Porsche-Konzerns und seiner Trecker. Ferdinand Porsche, geboren 1875 in Österreich, lernte Klempner und schloss eine Lehre in einem Elektrizitätswerk an. Ganz nebenbei nahm er als Schwarzhörer an Vorlesungen der Technischen Universität Wien teil. Um 1900 entwickelte als Mitarbeiter einer Hofkutschenfabrik einen Hybridmotor. 1915 wurde er Technischer Direktor von Austro-Daimler, 1917 Dr.-Ing. ehrenhalber.

1931 machte er sich selbstständig mit dem Plan, einen Volkswagen und einen Volkstrecker zu bauen. Während der Volkswagen in Wolfsburg entstand, sollte der Volkstrecker im rheinischen Waldbröl gebaut werden, wo der Führer der NSDAP-Arbeitsfront, Robert Ley, Land besaß. Hier sollte die größte Treckerfabrik der Welt entstehen, doch der Krieg machte diese Pläne zunichte. In Österreich und Italien wurden nur kleine Stückzahlen des technisch fortschrittlichen, aber preisgünstigen Treckers gebaut.

Produktion bis 1963

1950, als Porsche in Stuttgart die Sportwagen-Produktion mit dem 356 startete, übernahm die Treckerfirma Allgaier im württembergischen Uhingen die Fertigung in Lizenz, 1956 ging sie an eine Mannesmann-Tochterfirma in Friedrichshafen am Bodensee. 1963 wurde die Produktion eingestellt, weil ausländische Unternehmen mit Massenfertigung günstigere Preise bieten konnten.

Henning Bielefeld
Henning Bielefeld Redaktion Nordenham (Stv. Leitung), Redaktion Stadland
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