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Sanierung Von Nordenhamer Stadtteil Wohnen statt pendeln in Einswarden

Jens Milde

Einswarden - „Meinswarden ist Heimat, Luft, Liebe und mehr“. Mit diesem Spruch wird in einem Prospekt für einen Ortsteil geworben, der lange Zeit als die Schmuddelecke der Stadt galt. Inzwischen ist Einswarden auf einem guten Weg, dieses zweifelhafte Image abzulegen. „Wir sind vom Potenzial dieses Stadtteils überzeugt“, stellte am Dienstag Manuel Trinkgeld von der Immobiliengesellschaft Nordwohnen klar. Er war nach Einswarden gekommen, um die möblierten Appartements vorzustellen, die Nordwohnen in einem der so genannten „Engländer-Häuser“ an der Werftstraße eingerichtet hat. „Engländer-Häuser“ werden sie genannt, weil hier einst Gastarbeiter von der britischen Insel untergebracht waren, die im Einswarder Flugzeugwerk arbeiteten. Das liegt nur einen Steinwurf entfernt.

Erste Interessenten

Die frisch renovierten Appartements stehen für ein Wohnkonzept, das in Nordenham bisher kaum zu finden ist. Sie sind speziell für Auszubildende und Berufstätige konzipiert, die temporär in Nordenham tätig sind. An der Werftstraße 19 elf 11 Appartements entstanden. Das kleinste ist 20 Quadratmeter groß, das größte hat 49 Quadratmeter und eignet sich für eine Zweier-Wohngemeinschaft. „Wohnen statt pendeln“, lautet das Motto. Die Vermarktung hat gerade erst begonnen. Nach den Worten von Manuel Trinkgeld gibt es bereits erste Interessenten.

Nordwohnen will auch in den anderen beiden „Engländer-Häusern“ kleine Wohneinheiten schaffen. Hier können weitere 28 Appartements entstehen. „Mikrowohnen“ nennt sich dieses Konzept in der Immobilienbranche. Nordwohnen hat vor allem junge Leute im Visier. Bürgermeister Carsten Seyfarth hat sich am Dienstag die neuen Wohnungen angeschaut. Er zeigte sich sehr angetan vom Appartement-Haus.

Die renovierten Appartements an der Werftstraße sind nur ein Mosaiksteinchen in einem Bündel von Maßnahmen in Einswarden. Nordwohnen spielt dabei eine wichtige Rolle. 450 Wohnungen hat die Gesellschaft 2016 von Vonovia gekauft. Wie Manuel Trinkgeld mitteilt, hat Nordwohnen seitdem 5,8 Millionen Euro in Einswarden investiert, um die Wohnungen auf Vordermann zu bringen. Für die kommenden Jahre sind weitere Investitionen in Höhe von 3,6 Millionen Euro geplant.

Nächstes Projekt ist der Abriss der seit Jahren leerstehenden Schrottimmobilien an der Niedersachsenstraße 52 bis 62. Die öffentliche Ausschreibung steht kurz bevor. Manuel Trinkgeld geht davon aus, dass die Abrissbagger im April anrücken. Dort wo jetzt noch die maroden Wohnblöcke stehen, soll eine Grünanlage angelegt werden. Die Pläne dafür gibt es bereits im Rathaus. Anpflanzungen sind für den Herbst dieses Jahres geplant.


Stadtteil aufwerten

Gemeinsam mit der Stadt plant Nordwohnen weitere Projekte, die zu einer Aufwertung des Stadtteils führen sollen. Eines davon ist die Neugestaltung des 2900 Quadratmeter großen Einswarder Marktplatzes. Hier sollen Container für eine Bäckerei und ein Café aufgestellt werden. Insgesamt 1,2 Millionen Euro Fördermittel fließen nach Einswarden. Das Geld kommt vom Bund, vom Land und von der Stadt.

„Wir glauben an diesen Stadtteil“, sagte Manuel Trinkgeld am Dienstag. Die Pluspunkte sind aus seiner Sicht unter anderem eine gute Infrastruktur mit Schule und Kindergarten, die Nähe zur Arbeit – womit in erster Linie die Nähe zu Premium Aerotec, dem größten Arbeitgeber der Stadt, gemeint sein dürfte – und „ganz viel Grün“.

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