EINSWARDEN - EINSWARDEN - Auf den ersten Blick unterscheidet den Second-Hand-Laden der Diakonie in Einswarden nicht viel von einem ganz normalen Geschäft. Aber spätestens beim Blick auf die Preisschilder wird deutlich, dass hier Ware aus zweiter Hand angeboten wird. Vor zwei Jahren hat der Second-Hand-Laden in Einswarden aufgemacht. Gestern feierte er sein zweijähriges Bestehen.

Die Finanzierung wurde 2004 mit Zuschüssen aus dem Förderprogramm LOS (Lokales Kapital für soziale Zwecke) angeschoben. Seit einem Jahr kommt der Laden ohne Zuschüsse aus. Wie die Sozialarbeiterin Helga Brosch von der Diakonie erläutert, trägt er sich inzwischen selbst.

Insgesamt acht ehrenamtliche Mitarbeiterinnen sind in dem Laden beschäftigt. Eine von ihnen ist Birthe Vowinkel. Sie freut sich darüber, dass sich der Laden inzwische im Stadtteil etabliert hat. „Das Angebot wird gut angenommen“, sagt sie. Nicht selten kommen ganze Familien, um sich einzukleiden. Neben Kleidung und Schuhen gibt es eine ganze Abteilung mit Babybedarf – vom Buggy bis zum Laufgitter. Wer Glück hat, bekommt in dem Laden die gesamte Erstausstattung für ein Kind.

Die Kundschaft ist nach den Erfahrungen von Birthe Vowinkel sehr gemischt. Das Publikum reicht vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Rechtsanwalt oder Arzt. Die Kleidung ist überwiegend nicht älter als zwei bis drei Jahre. „Ältere Sachen lassen sich kaum verkaufen“, sagt Birthe Vowinkel, und deshalb können die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen auch nicht alle Kleidungsstücke annehmen. „Weggeschmissen wird bei uns nichts“, betont Birthe Vowinkel. Kleider, die sich später doch als Ladenhüter erweisen, gehen ans DRK oder an die DLRG. Auch der Babykorb „Kontakte“ der Caritas kann sich gelegentlich über eine kostenlose Lieferung freuen.

Zur Auswahl hat der laden auch eine ganze Reihe von Markenartikeln. Das Angebot besteht größtenteils aus Kommissionsware. Von den Verkaufserlösen bekommt der Laden 30 Prozent. Auch gespendete Sachen, die besonders günstig über den Ladentisch gehen, hängen an den Kleiderstangen. Helga Brosch und die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen wünschen sich, dass künftig noch mehr Kleidungsstücke gespendet werden.


Längst erfüllt der Laden auch eine andere durchaus erwünschte Funktion als Treffpunkt. Einen heißen Kaffee oder Tee halten die Mitarbeiterinnen stets bereit für ihre Kunden. Es wird geklönt. Die Kontaktpflege ist wichtig. Und am schwarzen Brett kann jeder seine Dienstleitungen anbieten – vom Rasenmähen bis zur Hausaufgabenhilfe.

Für die Diakonie ist das erfolgreiche Projekt ein Grund zum Feiern. Deshalb gab es gestern für alle Kunden selbst gebackenen Kuchen. Außerdem konnten sie bei einer Tombola attraktive Preise gewinnen.

Der Laden ist montags bis donnerstags von 9 bis 11.30 Uhr sowie mittwochs und donnerstags von 14 bis 16 Uhr geöffnet