EINSWARDEN - EINSWARDEN - Es sei nicht auszuschließen, dass der Betrieb neu aufmache, hatte Rolf Heine, ehemaliger geschäftsführender Gesellschafter der insolventen Firma Seggermann & Heine Anfang September auf Anfrage der NWZ mitgeteilt. Gestern präsentierte der Maschinenbauer eine Auffanglösung an der Neptunstraße in Einswarden. Heine hat mit der in Nordenham ansässigen Nord-Metall AG die SEM Anlagenbau GmbH gegründet. 20 Mitarbeiter sind bei der neuen Firma beschäftigt. 16 davon wurden von der Maschinenfabrik Seggermann & Heine übernommen. An der Deichgräfenstraße waren vormals 31 Mitarbeiter tätig. „Am Dienstag legen wir los“, bekräftigte Heine.

Die Nord-Metall AG, im Jahre 2001 gegründet, ist eine Finanz-Holding mit neun Beteiligungen in den Bereichen Anlagen- und Maschinenbau sowie Automobilzulieferung im Bundesgebiet. Vorstand der Holding ist der 32-jährige Blexer Michael Theerkorn, der jetzt bei der SEM Anlagenbau GmbH zusammen mit Rolf Heine (52) als gleichberechtigter Geschäftsführer fungiert. Gesellschafterin ist Barbara Neuber-Heine.

Nach den Worten von Theerkorn sollen in absehbarer Zeit die Unternehmensbereiche Verkehrstunnelbau und SEM Anlagenbau verschmolzen werden. Die Tunnelsparte der Nord-Metall AG mit fünf Mitarbeitern hat laut Theerkorn ein Monopol auf dem Sektor Fluchtweg-Beleuchtungstechnik. So stammen Teile der Sicherheitsausstattung im Wesertunnel aus Werken der Nord-Metall AG.

Das Anlagevermögen, hauptsächlich Fahrzeuge und Maschinen und Büromöbel, habe man aus der Insolvenzmasse herausgekauft – Grundstück und Gebäude seien indes nicht im Bestand der Konkursmasse, betonte Heine. Sie könnten verkauft werden. Mit einem Laser-Schneid-Zentrum und CNC-Biegemaschinen sei der Bereich Anlagenbau in Einswarden auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern jetzt gut ausgerüstet. Die gesamte Betriebsfläche betrage 10 000 Quadratmeter.

Den Kontakt hatte der Holding-Chef mit Heine aufgenommen, um den Bereich Maschinenbau weiter auszubauen. Die Nord-Metall AG ist in zwei Bereichen aktiv: im Maschinen- und Anlagenbau mit einem Umsatz von 10 Millionen Euro jährlich sowie in der Automobilzulieferung. Der Umsatz beläuft sich im Automobilsektor auf jährlich 50 Millionen Euro. Laut Theerkorn sind 350 Mitarbeiter in der Holding beschäftigt.


Durch den Kauf der Formtec Gießereianlagenbau GmbH in Schmiedeberg und des Press- und Schmiedewerkes in Brand-Erbisdorf im Jahre 2003 hatte die Holding die Angebotspalette um das Herstellen von Gießereianlagen und Schmiedeteilen erweitert. Mit der neuen Firma erwarten die beiden Geschäftsführer einen weiteren Aufschwung. Bis Ende 2006 wollen sie in Einswarden 1,2 Millionen Euro investieren und 20 weitere Arbeitsplätze schaffen.

„Wir stehen auf sehr guten Beinen“, betonte Theerkorn. In den Werken der Holding werden 8,5 Millionen Schmiedeteile wie Pleuelstangen, Anhängerkupplungen und Fahrwerksteile produziert. Hauptabnehmer sind Audi, Lamborghini und BMW sowie im Lkw-Segment Volvo und Scania. Mit der Automobilindustrie bestehen laut Theerkorn längerfristige Verträge.