EINSWARDEN - Der Unternehmer Michael Theerkorn (34) ist kein Mann der großen Worte. Er lässt Taten sprechen, wie die Entwicklung am Standort seiner neu strukturierten Firma PSW Group AG an der Neptunstraße zeigt. Den Betrieb baut er nach eigenen Worten in den nächsten Monaten von bislang 30 auf rund 90 Beschäftigte aus. Der Grund: In Einswarden wird eine komplette Achsschenkel-Produktionslinie für den Bau von Lkw-Vorderachsen eingerichtet. Den Standort wird der Bruder Oliver Theerkorn (30) leiten.
Die Fertigung von Achsschenkeln und Radaufhängungen gehört zur Produktpalette der PSW Group AG mit Sitz im sächsischen Brand-Erbisdorf. Inhaber und Geschäftsführer der Firma ist der gebürtige Nordenhamer Michael Theerkorn. Nach Auskunft des 34-Jährigen ist er um neue Mitarbeiter für den Einswarder Standort seines Unternehmens bemüht. Doch Fachkräfte seien auf dem Arbeitsmarkt zurzeit rar gesät. Das bekomme er auch in Nordenham zu spüren, sagt der Unternehmer.
Mit einem Laser-Schneid-Zentrum und CNC-Biegemaschinen ist der Bereich Anlagenbau in Einswarden auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern ausgerüstet. Die gesamte Betriebsfläche beträgt zurzeit 10 000 Quadratmeter. Die PSW Group AG ist in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Automobilzulieferung aktiv. Laut Michael Theerkorn sind bundesweit mittlerweile 450 Mitarbeiter für die Firma tätig.
Durch den Kauf der Formtec Gießereianlagenbau GmbH in Schmiedeberg und des Press- und Schmiedewerkes (PSW) in Brand-Erbisdorf im Jahre 2003 hatte der Unternehmer die Angebotspalette um das Herstellen von Gießereianlagen und Schmiedeteilen erweitert. Das PSW hatte vor dem Aus gestanden. Der Neustart nach der Insolvenz gelang. Einen Wermutstropfen gab es dennoch: Von den damals rund 700 Beschäftigten mussten mehr als die Hälfte das Werk verlassen.
In den Werken der PSW Group AG wurden im Jahr 2005 rund 8,5 Millionen Schmiedeteile wie Pleuelstangen, Anhängerkupplungen und Fahrwerksteile produziert. Das Schmiedewerk in Brand-Erbisdorf bei Chemnitz, in dem die Zahl der Mitarbeiter von 270 auf 350 anstieg, produziert jährlich 40 000 Tonnen Schmiedeteile. Hauptabnehmer sind VW, Audi, Lamborghini und BMW sowie im Lkw-Segment Volvo und Scania sowie MAN. Im Geschäftsjahr 2006 erzielte die Firma einen Umsatz in Höhe von 37 Millionen Euro.
