Wardenburg - Ein weißer Schmetterling flattert durchs Beet, aus dem Gras ist das Zirpen der Grillen zu vernehmen, der Duft von Kräutern liegt in der Luft. Auf Entdeckungsreise gehen innerhalb der typischen Wildkrautflora der Region können zukünftig die naturverbundenen Besucherinnen und Besucher in Wardenburg. Am Donnerstagvormittag wurde das Projekt „Kleiner Botanischer Garten auf dem Lande“ abgeschlossen und für die Öffentlichkeit freigegeben. Zusammen mit den Landfrauen Wardenburg und der Gemeinde wurde die Fläche „Am Schmeel“ von der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) geplant und gestaltet.

„Das langfristige Ziel ist die Einrichtung eines Trittstein-Biotops im Verbund mit anderen naturnahen Flächen in der Gemeinde. Daraus soll sich allmählich ein kleiner Botanischer Garten zum Kennenlernen der typischen Wildkrautflora unserer Heimat entwickeln, darunter auch heimische Heil- und Küchenkräuter“, berichtete BSH-Projektleiterin Kathrin Kroker. So gibt es Stauden wie Seifenkraut, Rainfarn, Gilbweidrich, Kornrade und Wegwarte, aber unter anderem auch Melisse, Baldrian, Ampfer, Thymian, Dill und Johanniskraut zu entdecken. Aber auch Bienen soll der angelegte Garten zugute kommen. So ist die Zusammenarbeit mit einem Imker angedacht.

Bürgermeisterin Martina Noske lobte noch einmal das Engagement der Beteiligten und dankte für ihren Einsatz. „Der Botanische Garten hat einen großen ökologischen Nutzen. Er soll auch dazu dienen, jungen Menschen Pflanzen näherzubringen, die nicht mehr so bekannt sind“, sagte Noske. Das Projekt solle als Vorbild für andere Dörfer der Gemeinde wirken, um dort ähnliche Gartenanlagen zukünftig umzusetzen.

Der „Kleine Botanische Garten auf dem Lande", dessen Planung vor gut zwei Jahren seinen Anfang nahm, wurde wesentlich durch Mittel aus der Niedersächsischen BINGO-Umweltstiftung finanziert. Im März begannen die Arbeiten. Die BSH hat zahlreiche Arbeitsstunden durch vermittelte Kräfte des Jobcenters Wildeshausen/Sandkrug und der Gerichtshilfe eingebracht. Mitarbeiter der BSH und des Landfrauenvereins sowie der Garten und Umwelt AG der Grundschule Hohenfelde haben in den vergangenen Monaten die Pflanzungen vorgenommen und ein Wildstauden- und Gartenstaudenbeet angelegt.

Das Gebiet ist eine Restfläche einer Agrarstrukturmaßnahme und weist am nördlichen und östlichen Rand einen rund 50 Jahre alten Baum- und Gebüschbestand auf. Dieser wird als Kulisse und Windschutz mit einbezogen.


Auf den von der Firma Abel maschinell gestalteten Wällen wurden fruchtragende Gehölze, wie Schlehe, Sanddorn, Kornelkirsche, Holunder oder Weißdorn gepflanzt. Vom Bauhof der Gemeinde wurde Schreddergut angeliefert und auf den Wällen verteilt. Die Firma Berding Beton und Garms Baustoffe haben die Gestaltung der Beete mit der Lieferung zusätzlicher Materialien unterstützt.

Außerdem wurde eine Teilfläche mit zehn alten Hochstamm-Obstsorten, darunter Geheimrat Dr. Oldenburg, Goldparmäne und Königin Viktoria, angelegt. Auch eine Blumenwiese aus Wildsaatgut ist eingerichtet worden. Die Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg unterstützt das Projekt durch die Spende einer festverankerten Sitzgarnitur aus Eiche, die bereits aufgestellt wurde.

Sebastian Friedhoff