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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Einzelhandel wichtig für Ausbildungsmarkt

24.05.2014

Oldenburg /Berlin Wenn die Statistiker Jahr für Jahr ihre Ranglisten veröffentlichen, welche Ausbildungsberufe bei jungen Leuten zu den beliebtesten zählen beziehungsweise am stärksten besetzt sind, so belegen zwei Berufe regelmäßig die Spitzenpositionen: Kaufmann/-frau im Einzelhandel und Verkäufer/-in. Das war auch 2013 nicht anders. Mit 27 006 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen belegte nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) der Kaufmann im Einzelhandel den ersten Rang, dicht gefolgt vom Verkäufer mit 25 872 Verträgen auf Rang zwei.

„Der Einzelhandel spielt auf dem Ausbildungsmarkt eine wichtige Rolle“, sagt Dr. Thomas Hildebrandt, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK). Allein in den beiden Kernberufen des Einzelhandels haben sich nach Angaben des BIBB zehn Prozent aller Auszubildenden im Jahr 2013 ausbilden lassen. Nimmt man noch weitere Ausbildungsberufe aus dem Handelsbereich wie Buchhändler, Florist und Kaufmann im Groß- und Außenhandel hinzu, steigt der Anteil sogar auf rund 15 Prozent.

Hohe Ausbildungsquote

Auch Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE/Berlin) betont die große Bedeutung des Einzelhandels auf dem Ausbildungsmarkt. Er verweist darauf, dass die Ausbildungsquote im Einzelhandel mit knapp acht Prozent über dem Durchschnitt der Gesamtwirtschaft liege. „Die Ausbildungsleistung der Branche ist überdurchschnittlich hoch“, sagt er.

Im Oldenburger Land gab es nach IHK-Angaben 2013 zusammen 906 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in den Berufen Kaufmann im Einzelhandel (383) und Verkäufer (523). Inklusive Groß- und Außenhandel waren es im Handel insgesamt 1228. Insgesamt wurden in den IHK-Berufen (also etwa ohne Handwerk und Landwirtschaft) im vergangenen Jahr 4402 Ausbildungsverhältnisse neu eingetragen.

Blickt man zehn Jahre zurück, fällt auf, dass nicht nur die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen im Oldenburger Land insgesamt gestiegen ist, sondern vor allem auch das Ausbildungsangebot im Einzelhandel. So gab es nach Kammerangaben im Jahr 2003 insgesamt 3211 neu eingetragene Ausbildungsverhältnisse im Bereich der Oldenburgischen IHK, davon entfielen 486 auf die beiden Kernberufe im Einzelhandel und 829 auf den Handel insgesamt. „Die Entwicklung des Ausbildungsangebots im Einzelhandel hat sich in den vergangenen zehn Jahren spürbar von der konjunkturellen Entwicklung abgekoppelt und ist stärker gestiegen“, sagt Hildebrandt.

Kaum zu kompensieren

Ob dieses hohe Ausbildungsengagement des Einzelhandels allerdings auch dann fortgesetzt werden kann, wenn immer mehr Umsätze aus dem stationären Handel in den Online-Handel abfließen, ist fraglich. „Der Wandel im Handel wird sicherlich auch Auswirkungen auf den Ausbildungsbereich haben“, sagt Hildebrandt.

Entscheidend werde aus seiner Sicht sein, inwieweit der stationäre Einzelhandel selbst durch eigene Angebote an dem tiefgreifenden Wandel in der Branche partizipieren kann.

Wenn dagegen ein Großteil des Geschäfts künftig von Online-Riesen wie Amazon, Ebay und Co. gemacht werde, dürfte das auf dem hiesigen Ausbildungsmarkt kaum zu kompensieren sein, glaubt Hildebrandt.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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