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Arbeitsmarkt Einzelhandel wichtig für Beschäftigung

Oldenburg - Der regional verankerte Einzelhandel im Oldenburger Land ist ein Rückgrat der hiesigen Wirtschaft – sowie auch wichtige Stütze und Motor der Beschäftigung. Das ergeben Zahlen der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK). Sie hat für den Einzelhandel immerhin eine Gesamtzahl von 31 481 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in ihrem Kammerbezirk errechnet (Mitte 2013).

Das sind stattliche rund neun Prozent aller Beschäftigten im Einzugsbereich der IHK (Industrie, Handel, Dienstleistungen). Und noch nicht mit eingerechnet sind die vielen Aushilfskräfte, die bis zu 450 Euro im Monat verdienen – oftmals eine wichtige Stütze des Haushaltseinkommens in der Region.

Tatsächlich macht der Einzelhandel in den Landkreisen und kreisfreien Städten des Oldenburger Landes teilweise recht hohe Beschäftigungsanteile aus. In Oldenburg und Wilhelmshaven steht er für rund zehn Prozent aller Beschäftigten im IHK-Zuständigkeitsbereich. Sonst bleibt der Prozentanteil im hohen einstelligen Bereich.

Positiv aus dem Rahmen fällt in der Fläche das Ammerland: 4277 Beschäftigte im Einzelhandel bedeuten fast zwölf Prozent Anteil an der IHK-Gesamtbeschäftigtenzahl. Dies dürfte an den speziellen Strukturen mit dem einzelhandelsmäßig starken Kurort Bad Zwischenahn und weiteren attraktiven Orten wie Rastede und Wiefelstede, Westerstede, Edewecht und Apen/Augustfehn liegen.

Viele Arbeitsplätze

Generell sei der Einzelhandel am Wachstum der Beschäftigtenzahl in Deutschland seit 2010 „stark beteiligt“, fasst Rolf Knetemann, Hauptgeschäftsführer des Handelverbandes Nordwest (Oldenburg), die Entwicklung zusammen. Allein im Verbandsgebiet im Nordwesten würden rund 100 000 Arbeitsplätze geboten – wobei der Anteil der geringfügigen Arbeitsverhältnisse weiter rückläufig sei.


Diese Zahlen gewinnen noch an Bedeutung, wenn man sie vor dem Hintergrund der laufenden Kräfteverschiebung im Handel betrachtet. Studien besagen: Der Einkauf wächst stark im Internet – auch zu Lasten des stationären Einzelhandels.

Eine solche Entwicklung könnte mittelfristig demnach die Rolle des Einzelhandels für die regionale Beschäftigung schmälern. Stattdessen könnten zentrale Logistiklager an Autobahnen entstehen.

Doch solche Prognosen müssen ja nicht aufgehen. Neue, kreative Konzepte zur Attraktivitätssteigerung im Einzelhandel vor Ort, für eigene Online-Schienen des stationären Handels mit hiesigen Versandzentren und Konsumenten, die die Vorzüge eines starken regional verankerten Einzelhandels vermehrt erkennen und bewusst nutzen – dies könnte dazu beitragen, ungünstige regionalwirtschaftliche Auswirkungen des Online-Handels abzublocken.

Impulse für andere

Es geht um viel: Für den noch stationär geprägten Einzelhandel insgesamt wurde errechnet, dass er 1,4 Millionen Arbeitsplätze in anderen Branchen anstößt – bei Dienstleistern und Lieferanten, wie Stefan Hertel, Referent beim Handelsverband Deutschland im Gespräch mit dieser Zeitung erläuterte.

Regionale „Multiplikatoreffekte“ – das dürfte auch auf den Einzelhandel im Oldenburger Land zutreffen. Ständig wird etwa in neuen Ladenbau durch hiesige Handwerker investiert, oder mehr regionale Produkte werden ins Sortiment aufgenommen – das bedeutet Arbeitsplätze.

„Der Einzelhandel ist eine starke Säule der Beschäftigung in der Region“, fasst auch Günter Behrendt, Pressesprecher der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven, die Zahlen zusammen. Dies gelte besonders für die überörtlichen Zentren Oldenburg und Wilhelmshaven, auch für Delmenhorst. Zudem gebe es in diversen Gemeinden einen „starken Einzelhandel“, auch beschäftigungsmäßig.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)
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