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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Einzelhandel wichtig für Gemeindekassen

23.04.2014

Oldenburg /Bad Zwischenahn /Ganderkesee Der vor Ort verankerte Einzelhandel ist nicht nur für die Beschäftigung wichtig – allein im Oldenburger Land bieten hiesige Einzelhändler laut einer IHK-Statistik rund 32 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze; ebenfalls hohe regionale Bedeutung haben die Einnahmen durch die Gewerbesteuer der Handelsbetriebe. Das ergab eine Umfrage dieser Zeitung vor dem Hintergrund ständig steigender Online-Umsätze global agierender Internetriesen: Beschäftigung, Gewinn und Steuern fallen dabei andernorts, oft im Ausland, an.

Allein der Stadt Oldenburg, einem Zentrum des Einzelhandels der Region, flossen 2013 rund 11,3 Millionen Euro an Gewerbesteuer vom Einzelhandel zu, wie Sprecherin Swantje Engel auf Anfrage mitteilte. Das bedeutet immerhin einen Anteil von 14 Prozent der gesamten Gewerbesteuereinnahmen.

Es könnte auch noch etwas mehr sein. Denn Statistiken zum Gewerbesteueraufkommen speziell des Einzelhandels im klassischen Sinne werden von deutschen Statistikern nicht geführt, wie Recherchen dieser Zeitung ergaben. In Oldenburg bezog man bei der Ermittlung der Zahlen nun alle Handelsunternehmen ein, die an Verbraucher oder Letztanwender verkaufen, wie Swantje Engel erläuterte. Darin enthalten seien etwa auch Apotheken oder Autohändler.

Fest steht: Gewinne aus Handel vor Ort stehen via Gewerbesteuer anteilig auch wieder für Investitionen der Kommunen bereit – etwa in Wege oder Schulgebäude.

Die Gewerbesteuer aus dem Einzelhandel am Ort sei wichtig – das betont auch Rolf Oeljeschläger, Kämmerer der Gemeinde Bad Zwischenahn mit Verweis auf schätzungsweise 500 000 Euro (von etwa 27 Millionen Euro, die schwerpunktmäßig aus Gewerbe und Fremdenverkehr stammen). Etwa 910 Betriebe sind unter „Einzelhandel“ angemeldet. Allein bei den 20 größten kämen 325 000 Euro an Gewerbesteuer zusammen.

Ebenfalls wichtig seien aber am Ende die Kaufkraft und die Gesamtattraktivität, die aus der Beschäftigung im inhabergeführten Einzelhandel im Kurort erwüchsen, betont Oeljeschläger. Und nach Bad Zwischenahn pendelten auch viele Auswärtige zur Arbeit – die Pendlerströme seien ausgeglichen, was um Umfeld einer Großstadt nicht gerade typisch sei. So gesehen strahle auch der Zwischenahner Einzelhandel aus.

Auch in Ganderkesee (Kreis Oldenburg) weiß man um die Bedeutung des örtlichen Einzelhandels für Finanzen und Kaufkraft. Jedes achte umsatzsteuerpflichtige Unternehmen sei dem Einzelhandel zuzurechnen, berichtete Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas auf Anfrage. „Nimmt man den Kfz-Handel hinzu, ist es sogar jeder sechste Betrieb.“

Zugleich bedeute die Stärke für den Einzelhandel: „Viele Bürger geben ihr Geld gerne in der Gemeinde und vor allem in den Zentren Ganderkesee und Bookholzberg aus.“ Diese würden als attraktiv und lebendig empfunden. Viele Bürger schätzten „das vielfältige Angebot, das ihnen weite Wege erspart.“

Der stationär und zunehmend mit eigenen Online-Schienen vor Ort verankerte Einzelhandel schafft einerseits Steuereinnahmen und Kaufkraft – zugleich profitiert er davon. Für Ganderkesee etwa wurden von der Marktforschung GfK mehr als 5600 Euro an einzelhandelsbezogener Pro-Kopf-Kaufkraft pro Jahr ermittelt (in etwa wie in Oldenburg). In Bad Zwischenahn, ebenfalls in der regionalen Spitzengruppe, sind es sogar fast 5900 Euro.

Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040

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