Wildeshausen - In Wildeshausen geht eine Ära zu Ende. Eismeister Angelo Lasagna geht in den Ruhestand. Der 64-jährige hat sein Eiscafé in jüngere Hände gegeben. In 35 Jahren war das „Dolomiti“ in der Westerstraße zu einer Institution geworden.

„Seit ein paar Jahren gab es immer wieder Anfragen bei mir, ob ich mein Café verkaufen möchte“, erzählt Lasagna, der das „Dolomiti“ zusammen mit seiner Lebensgefährtin Anja führte. „Erst wollte ich nicht, doch jetzt hat mein Arzt gesagt, ich muss kürzer treten“, so Lasagna. Er erinnert sich gerne an die vergangen Jahrzehnte zurück, auch wenn es ein sehr arbeitsreiches Leben gewesen ist. 15 Stunden am Tag arbeiten und das sieben Tage die Woche seien keine Seltenheit gewesen.

Nun radelt Angelo Lasagna, quasi in Rente. „Ich will künftig mehr Fahrrad fahren. Außerdem kann ich mich jetzt mehr um meine Familie und meinen Garten kümmern.“ Die Familie lebt in Wildeshausen, hier besucht seine jüngste Tochter auch die Schule.

Ein- bis zweimal im Jahr fährt er noch in seine italienische Heimat Apulien. Von dort war er 1969 mit 20 Jahren nach Deutschland ausgewandert und widmete sich nach verschiedenen Jobs schließlich seiner Leidenschaft, dem Eis. 60 verschiedene Eissorten hat das „Dolomiti“ in wechselnden Kombinationen angeboten.

Neuer Eismeister im „Dolomiti“ wird kein Italiener, sondern ein junger Portugiese. Der 21-jährige Fernando Saraiva hat das Eiscafé, das nächste Woche wieder öffnet, übernommen. „Ich lebe seit drei Jahren in Deutschland und habe das Eismachen bei meinen Schwager in Vechta gelernt, der dort zwei Eiscafés betreibt“, sagt der neue Dolomiti-Chef, der aus Porto stammt.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg