Wildeshausen/Dötlingen - Bei vielen wächst so langsam der Appetit auf Spargel. Traditionell mit Salzkartoffeln, Schinken und Sauce Hollandaise serviert, kommt er ab Ostern in vielen Haushalten auf den Tisch. Doch obwohl an diesem Mittwoch astronomischer Frühlingsanfang ist, bleibt das Wetter winterlich.

Spargel kann bei diesen Witterungsverhältnissen nicht wachsen. „Die Wetterlage ist im Moment sehr bescheiden für alle landwirtschaftlichen Produkte“, sagt Rudolf Alfken, Betreiber von Alfken’s Hof.

Spargel brauche eine Bodentemperatur von etwa acht Grad Celsius, so der Experte. „Je höher die Temperaturen sind, desto schneller wächst der Spargel“, sagt Alfken.

Durch die derzeitig niedrigen Temperaturen würde sich die Spargelernte in diesem Jahr verzögern, denkt auch Glenn Mahlstedt vom Hof Mahlstedt. Im vergangenen Jahr hätte er am 1. April den ersten Spargel stechen können, manch ein Betrieb auch schon zum Frühlingsanfang.

Alfken und Mahlstedt gehen derzeit vom Beginn der Spargelernte Mitte April aus.


Durch die frostigen Temperaturen, die den Landkreis im Moment im Griff haben, könne man aber nicht auf die Menge der Erträge schließen, so die Experten. Wichtig wären vor allem die Temperaturen während der Saison, so Klaus-Dieter Ulrich.

Auf dem Spargelhof Dötlingen baut er Freilandspargel an. Er arbeitet mit einer schwarz-weiß Folie. Darüber ließen sich die Bodentemperaturen ein wenig beeinflussen. Wenn es kalt ist, würde die schwarze Seite die Sonnenwärme anziehen. Wenn es warm ist, drehe man die weiße Seite nach oben, damit die Temperatur unter der Folie nicht zu stark steigt, erklärt er.

Manche Landwirte würden auch mit Tunnelbögen aus Folie arbeiten, die im Abstand von etwa einem Meter über den Dämmen gespannt wird. Sie wirke wie ein kleines Gewächshaus. „Aber ohne Sonne bringt auch das nichts“, sagt Ulrich.

Die Restaurants in der Umgebung bieten deshalb auch noch keinen Spargel an. „Wir haben immer nur Spargel aus der Region“, sagt Karl-Heinz Haarbauer, Geschäftsführer des Gut Altona. Da es zur Zeit noch keinen Spargel auf den Höfen gebe, stehe er auch bei ihnen noch nicht auf der Karte. „Aber die Leute wissen das, es gab bis jetzt auch noch keine Anfragen“, so Haarbauer weiter.

Merle Ullrich
Merle Ullrich Redaktion Brake