Ekern - Das Unternehmen Pipelife, ein Teil der Österreichischen Gruppe Wienerberger, baut am Standort in Ekern mehr als ein Viertel seiner Arbeitsplätze ab. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte am Freitag entsprechende Informationen der NWZ, die angesichts des Baubooms zunächst überraschend klingen. Schließlich werden Kanalrohrsysteme sowie Rohre für Elektroinstallationen, wie sie Pipelife, produziert für nahezu jedes Projekt im Hoch- und Tiefbau gebraucht.

83 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit am Pipelife-Standort am Steinfeld in Ekern beschäftigt, 25 davon müssen das Unternehmen verlassen. Wie die Unternehmenssprecherin erklärte, sei eine vertriebliche und organisatorische Neuausrichtung des Standorts in Verbindung mit Umstellungen im Sortiment und Modernisierungen der Hintergrund für die Entscheidung, sich von den Mitarbeitern zu trennen.

Der Standort in Ekern sei und bleibe auch in Zukunft ein wichtiger Produktionsstandort für Pipelife, so die Sprecherin. Die Technik sei allerdings in die Jahre gekommen. Die jetzt geplanten Investitionen würden unter anderem in die Automatisierung von Abläufen in Produktion und Verpackungen fließen, die bisher noch sehr personalintensiv seien.

Für die betroffenen Mitarbeiter gebe es das Angebot, zunächst in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Dieses Angebot hätten alle betroffenen Mitarbeiter auch angenommen, so die Unternehmenssprecherin.

Seit mehr als 40 Jahren werden in Ekern Kunststoffrohre aus PVC-U hergestellt. 1972 begann unter dem Gründer Heinrich Oltmanns die Produktion der bekannten und bewährten Drainagerohre.

Im Jahr 1986 wurde das Werk in die österreichische Wienerberger-Gruppe integriert. 1989 entstand in einer Kooperation mit dem belgischen Chemiekonzern Solvay die Pipelife-Gruppe, in der die Kunststoffrohr-Aktivitäten beider Unternehmen gebündelt wurden. 2012 hatte Wienerberger dann die Pipelife-Gruppe zu 100 Prozent übernommen.

Das Unternehmen hat seinen Mitarbeiterbestand bereits seit mehreren Jahren reduziert – 2008 waren in Ekern noch 155 Mitarbeiter in Produktion, Verwaltung und im Vertrieb beschäftigt. Gleichzeitig bildet das Unternehmen Industriekaufleute, Fachlageristen und Industriemechaniker aus.

Christian Quapp
Christian Quapp Redaktion Westerstede