EKERN/OHRWEGE - Auf Wunsch der Bürger werden wieder Pappeln angepflanzt. Die Allee hat eine fast 60-jährige besondere Geschichte.

Von Otto Renken

EKERN/OHRWEGE - Die Pappelallee am Wischenweg mit einer ganz besonderen Geschichte wird über kurz oder lang aus dem Ortsbild verschwinden. „Aus gutachterlicher Sicht ist festzustellen, dass die untersuchten Bäume so stark verkehrsgefährdend sind, dass eine schnelle Fällung unumgänglich ist“, schreibt der Sachverständige Uwe Steenken aus Hatten, der die Bäume im Auftrag der Gemeinde Bad Zwischenahn untersucht hat. Und weiter: „60 Jahre alte Pappeln haben ihren Lebenszenit so weit überschritten, dass ein längerfristiger Erhalt im Verkehrsraum nicht mehr möglich ist“.

Obwohl niemand den für die Gemeinde Bad Zwischenahn fast einzigartigen Anblick mit den hochaufragenden, bis zu 30 Meter hohen Säulenpappeln missen möchte, haben sowohl die Ratsmitglieder im zuständigen Straßen- und Verkehrsausschuss als auch die betroffenen Ortsvereine in Ekern und Ohrwege eingesehen, dass ein Erhalt der Bäume nicht möglich ist. Schweren Herzens haben sie der Fällung zugestimmt. Aber bei der Frage der Neuanpflanzung deutlich gemacht, dass der Wischenweg auch zukünftig eine Pappelallee sein soll und dass dort keine Eichen oder andere Laubbäume gepflanzt werden sollen.

Die Pappeln haben eine ungewöhnliche Geschichte, die vielen Ekernern und Ohrwegern noch bekannt ist. Die beiden inzwischen verstorbenen Ohrweger Christel Deetjen und Heinz Lüttmann waren während der Kriegsgefangenschaft in Nordfrankreich in der Normandie inhaftiert. Dort hatten sie sich an den hochaufragenden und landschaftsprägenden Säulenpappeln erfreut – und sich vorgenommen: „Wenn wir heil nach Hause kommen, dann werden wir solche Pappeln pflanzen“. Und so geschah es Ende der 40-er Jahre.

Nach Angaben der Gemeinde müssen für das Fällen der Pappeln einschließlich Fräsen der Stubben rund 8000 Euro veranschlagt werden. Für die Neuanpflanzung von jungen Pappeln hat die Gemeinde ca. 5000 Euro vorgesehen, so dass insgesamt Kosten in Höhe von 13 000 Euro entstehen. Geplant ist, dass die 47 Bäume in einem Zug gefällt – der Wischenweg wird dazu zwei Tage lang gesperrt – und mit Maschinen aus der Forstwirtschaft sofort aufgearbeitet werden. Da bei Pappeln allgemein und bei dieser Sorte insbesondere kaum verwertbares Holz anfällt, geht die Gemeinde beim Erlös aus dem Holzverkauf vom reinen Brennholzwert aus (3000 Euro).