Midland/Wilmington - In der Chemiebranche kommt es zu einer Rekord-Fusion: Die US-Großkonzerne Dupont und Dow Chemical wollen sich zusammenschließen. Die neue „Dow Dupont“ werde der weltgrößte Chemiekonzern noch vor dem alten Spitzenreiter BASF aus Deutschland, teilten beide Unternehmen am Freitag mit.

Es ist die größte Firmenhochzeit in der Geschichte der Branche. BASF gab sich gelassen. „Wir sehen keine signifikante Überschneidung in Bezug auf das kombinierte Portfolio von Dow und Dupont verglichen mit BASF“, teilte das Unternehmen mit. BASF habe eine starke Position in der Chemieindustrie und belege in 70 Prozent ihrer Geschäftsfelder einen der ersten drei Plätze.

Bei der Fusion unter Gleichen entsteht ein Gigant mit einer Marktkapitalisierung von rund 130 Milliarden US-Dollar (119 Mrd Euro). Rein rechnerisch kommt Dow DuPont laut Daten von 2014 mit fast 110 000 Mitarbeitern zunächst auf einen Umsatz von mehr als 86 Milliarden Dollar. Nach dem Zusammengehen soll der Konzern aber in drei einzelne und jeweils börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Abgewickelt werden soll der Zusammenschluss als reines Aktiengeschäft. Dow-Aktionäre erhalten für jeden ihrer Anteilsscheine genau eine neue Dow Dupont-Aktie, während Dupont-Aktionäre je Anteilsschein 1,282 Dow Dupont-Aktien bekommen sollen. Damit halten die Dow und DuPont-Aktionäre jeweils rund die Hälfte an der neuen Gesellschaft.

Der Zusammenschluss soll bereits innerhalb der ersten 24 Monate zu Kosteneinsparungen von rund drei Milliarden Dollar führen. Zudem seien etwa eine Milliarde Dollar aus Wachstums-Effekten zu erwarten. Mit einem Abschluss wird den Angaben zufolge im zweiten Halbjahr 2016 gerechnet, wenn die Behörden zustimmen.


Danach solle innerhalb von 18 bis 24 Monaten die Aufspaltung in drei börsennotierte Spezialisten erfolgen. Dupont-Aktien standen im frühen Handel mit Abschlägen von fast sechs unter Druck, während Dow-Aktien knapp vier Prozent verloren.

Das Geschäft stelle die Branche auf den Kopf, sagte Dow-Chef Andrew Liveris. Aus Sicht von Dupont-Chef Edward Breen wird die Fusion kurzfristig erheblichen Wert schaffen. Die geplante Aufspaltung schaffe darüber hinaus einen noch größeren Wert für Aktionäre und Kunden sowie mehr Möglichkeiten für Mitarbeiter. Liveris soll dem Aufsichtsrat vorstehen, während Breen Chef des Giganten werden soll.