ELISABETH-AUßENGRODEN - Nicht nur Schlittschuhläufer und Klootschießer freuen sich über den anhaltenden Frost: Erstmals seit drei Jahren ermöglichte der Frost wieder eine Fuchsjagd.

Mehr als 50 Jäger waren am Donnerstag im Elisabeth-Außengroden zwischen Carolinensiel bis zur Höhe von Minsen zur Fuchsjagd aufgebrochen. Dazu hatten alle Jagdbezirke des Gebiets eingeladen. Das Ergebnis: Erledigt wurden ein Fuchs und ein Marder. Die treffsicheren Schützen waren Dirk Müller und Udo Cremer.

„Das war schon anders, wir haben in diesem Gebiet schon einmal zehn Füchse erlegt“, berichtete Wangerlands Hegeringleiter Elimar Becker, der zugleich Jagdleiter war. Zur Fuchsjagd können die Jäger in dem Gebiet nur bei Frost aufbrechen, weil die Salzwiesen vor dem Watt sonst zu feucht seien. Außerdem werde aus Naturschutzgründen nur bei Ebbe gejagt, um möglichst wenige Vögel zu stören, die sich dann an der Wasserkante aufhalten, so Becker.

Auch die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven und die WAU (Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur und Umwelt) in Jever begrüßen die Bejagung des Fuchses. Ulrich Appel, Vorsitzender der WAU, macht den Fuchs für den Verlust von Jungvögeln verantwortlich: „Wir haben Thermologger in den Gelegen eines Brutgebietes platziert und konnten durch Wärmeabfall feststellen, dass rund 70 Prozent der Nester ausgenommen wurden. Natürlich geht das nicht nur auf das Konto des Fuchses“, sagte Appel. Gerade aber beim Säbelschnäbler, der relativ offen brütet, sei die Gefahr des Verlusts von Jungtieren durch Fuchs und Marder besonders hoch.

Auch aus einem anderen Grund sei die Fuchsbejagung wichtig, betonte Appel: Der Fuchs überträgt den Fuchsbandwurm und die Tollwut. Beide sind für den Menschen lebensgefährlich. Infizierte Füchsen könnten auch im Wald laufende Hunde anstecken.


Deshalb gehört es zu den Aufgaben der Hegeringe, die Füchse gegen Tollwut zu impfen. Dazu werden mit Impfstoff präparierte Köder in Fuchsbauten abgelegt. Gerne nehmen Füchse auch von Menschen gebaute Kunstbauten an.

„Es ist erstaunlich, welche Auswirkungen die Impfung auf die Fuchspopulation hat“, sagte Elimar Becker: Denn sind Füchse gegen die Tollwut immun, nimmt die Sterblichkeit insgesamt ab, die Vermehrungsrate steigt und die Population wächst. Die Jäger seien wegen der Impfaktionen über die Größe der Population gut informiert, sagte Appel.

Im Anschluss an die Jagd begann das „Schüsseltreiben“ im Hof-Cafe Schild im Elisabethgroden.