ELISABETHFEHN - Die Anwohner der Oltmann-Strenge-Straße in Elisabethfehn sind wütend. „Momentan haben wir hier das vierfache Verkehrsaufkommen“, meint Herbert Fassio. Hintergrund dieser Zunahme ist eine Brücken-Baustelle an der Hauptstraße Elisabethfehns, die zu einer Umleitung des Verkehrs durch die südlicher gelegene Straße führte.

Es ist allerdings nicht nur das Verkehrsaufkommen, das die Anwohner stört. Viele von ihnen meinen, dass die meisten Pkw und Lkw mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs seien. Vor allem morgens seien die gefahrenen Geschwindigkeiten sehr hoch, sagt Herbert Kruse, einer der Anwohner. Zu diesen Zeiten würden Autofahrer mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometer durch die Wohnsiedlung fahren, in der eigentlich nur Tempo 50 zulässig ist.

Um den Verkehr ein wenig zu beruhigen, wurden die Anwohner am vergangenen Freitag selbst aktiv: Sie parkten ihre Autos im Wechsel entlang beider Straßenseiten, so dass Fahrzeuge auf der Durchfahrt gezwungen waren, ihre Geschwindigkeit zu reduzieren. Kurz darauf bekamen Herbert Fassio und Horst Sydow Besuch von der Polizei. Das Gespräch sei jedoch sehr konstruktiv verlaufen. „Der Polizist hat gemeint, dass er es genauso machen würde, wenn er hier wohnte“, meint Fassio. Wer die Polizei eingeschaltet habe, wisse er allerdings nicht.

Wolfgang Derke, der Leiter der Polizeiwache in Barßel, sieht in der Anwohner-Aktion kein Problem. „Es musste nicht polizeilich eingeschritten werden“, sagt er. Er wisse jedoch, dass es bereits seit längerem Auseinandersetzungen der Anwohner an der Oltmann-Strenge-Straße mit der Gemeinde gebe (die NWZ berichtete).

Dies bestätigt Herbert Fassio: „Wir haben nicht nur den jetzigen Verkehrsterror.“ Seit längerer Zeit sei ein großes Verkehrsaufkommen in der Straße zu bemerken. Die Anwohner haben sich deshalb nun mit einem offenen Brief an die Gemeinde Barßel gewandt, in dem sie eine Verkehrsberuhigung für ihre Straße fordern. Unterschrieben wurde der Brief von über 40 Anliegern.


Kritisch sehen sie vor allem die starke Frequentierung ihrer Straße durch die Landmaschinen eines benachbarten Lohnunternehmers, die Fußgänger und Radfahrer gefährden würden. Zum Forderungskatalog gehört so auch ein Durchfahrtverbot für Landmaschinen. Bei all diesen Zielen ist den Anwohnern jedoch die Kooperation mit der Gemeinde wichtig. „Es geht uns darum, eine friedliche und einvernehmliche Lösung zu finden“, erklärt Herbert Fassio.