ELISABETHFEHN - Behinderte hatten das Schiff vor fünf Jahren gebaut. Es entstand auf der Basis alter Baupläne und wird jetzt in Elisabethfehn aufgefrischt.

Von Hans Passmann

Vor fünf Jahren wurde erstmalig in Deutschland in einem Museum – und zwar dem Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn – ein komplettes historisches Schiff mit Hilfe von Originalplänen nachgebaut. Das 15,70 Meter lange und 3,60 Meter breite Muttschiff wurde auf den Namen „Johanna“ getauft. Die Initiative zum Bau des Schiffes kam von Heinz-Dieter Elsen, Bootsbauer und Mitarbeiter der Werkstatt für Behinderte in Altenoythe.

Das reine Holzschiff wurde von bis zu acht Personen aus der Werkstatt in einem dreiviertel Jahr auf dem Freigelände des Moor- und Fehnmuseums in Elisabethfehn gebaut. Außerdem waren verschiedene ehrenamtliche Helfer am Bau beteiligt. Das Muttschiff hat seinen Liegeplatz in der Wieke des Museums neben der Tjalk „Jantina“.

Doch jetzt hat die „Johanna“ kein Wasser unter dem Kiel. Das Muttschiff befindet sich auf dem Trockendock in der Lagerhalle der Firma „Yachtservice Siemer“ in Elisabethfehn. Dort wird die „Johanna“ einer Erfrischungskur unterzogen. „Nach fünf Jahren ist es an der Zeit, dass das Schiff überholt wird“, sagt Elsen. Dabei macht der Bootsbauer deutlich, dass es sich um keine Reparaturarbeiten handelt. „Es sind keine Schäden vorhanden. Alles dient nur der Schönheit“, so Elsen.


Rumpf, Mast und Seitenschwerter erhalten einen neuen Anstrich. „Alle Arbeiten werden ehrenamtlich vorgenommen“, sagt der Vorsitzende des Orts- und Verschönerungsvereins Elisabethfehn (OVE), Walter Neddermann. Zusammen mit Elsen hat er die Arbeiten in Angriff genommen. In wenigen Tagen sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann wird die „Johanna“ wieder in den Elisabethfehnkanal gehievt und kann die Heimreise in die Wieke antreten.