ELISABETHFEHN - Die Granate vom Kaliber 8,8 war immer noch scharf. Zur Sprengung am Fundort gab es keine Alternative.
von Hans Passmann
ELISABETHFEHN - Erfolgreich gesprengt wurde gestern Vormittag im Moor an der Mühlenstraße in Elisabethfehn eine gefährliche Deutsche Granate aus dem Zweiten Weltkrieg. Eine Evakuierung der umliegenden Bewohner war nicht erforderlich. Lediglich die Landwirte mussten ihr Vieh und einige Pferde umweiden.Entdeckt hatte die Granate der achtjährige Torben Brames. Beim Spielen auf einem Haufen Mutterboden, den sich die Familie Brames mit einem LKW hatte anliefern lassen, stieß der Junge auf einen Metallgegenstand. Dabei ahnte der Schüler nicht, dass er auf einer – immer noch scharfen – Granate saß.
Als er seinen Eltern von seinem Fund erzählte, sahen diese nach. „Erst bei genaueren Hinsehen erkannten wir den Gegenstand als Granate“, sagen Claudia und Ralf Brames. Als die Granate von Spezialisten geborgen wurde, steckte ihnen der Schrecken immer noch in den Gliedern. „Das hätte auch tödlich enden können“, so Claudia Brames.
Das bestätigten auch Sprengmeister Gerd Schellberg und sein Kollege Frithjof Barth. „Wenn so eine Granate hoch geht, hat man kaum eine Überlebenschance im näheren Umkreis“, so die Experten. Rund 300 Meter weiter fliegen die Granatsplitter. „Bei der aufgefundenen Flakgranate vom Kaliber 8,8 handelt es sich um einen gefährlichen Sprengkörper, sagte der 54-jährige Sprengmeister Gerd Schellberg vom Kampfmittelräumdienst Hannover. Diese Granate von rund 13 Zentimeter Länge habe eine Uhrwerkszündung mit einem vorgespannten Schlagbolzen gehabt.. Eine solche Geschützmunition dürfe nicht über längere Strecken transportiert werden, so die Sprengstoffspezialisten, sondern müsse vor Ort gesprengt werden. Der Grund: Bei einer längeren Fahrt und Erschütterungen könnte das Uhrwerk wieder anspringen.
So hob ein Bagger ein zwei Meter tiefes Loch aus. Die Granate wurde hineingelegt und mit Erde bedeckt. Darauf legten die Experten eine Splitterschutzdecke. Bei der durch einen Sprengsatz ausgelösten Explosion krachte es kräftig und es stieg Dampf auf. Damit war die Granate entschärft. „Sprengstoff verändert sich kaum in den Jahren. Daher sind die meister Bomben oder Granaten auch scharf“, begründete Schellberg den Fund von immer noch scharfen Bomben und Granaten. Diese Flakgranate aus dem Jahre 1943. Der Zünder war noch drauf. Lediglich die Schutzkappe fehlte.
