ELISABETHGRODEN - ELISABETHGRODEN - Seit 1978 baut Hinrich Schild in Elisabethgroden Kartoffeln an. Dazu gehören sowohl Saat- als auch Speisekartoffel. „Vom Boden her bietet sich der Klei besonders an, weil der Geschmack der Kartoffel intensiver ist als auf Sand“, weiß er aus Erfahrung.

Saatkartoffeln vom Klei verhielten sich sehr stabil. Sie seien im Frühjahr noch gut transportfähig. Doch der Klei habe auch seine Tücken, sagt Schild. Wenn bei der Ernte das Wetter nicht mitspiele, habe er schon manchmal hektarweise die erntereifen Kartoffel unterpflügen müssen, weil sie nicht zu ernten waren. „Das tut weh“, sagt er.

Schilds Spezialität sind Saatkartoffeln. Auf 15 Hektar baut er er sie an. Schild: „In Hochzeiten waren es einmal 50 Hektar, doch diese Zeiten sind vorbei.“ Das Geschäft sei nicht mehr so wie früher: Die Begleitkosten für Pflanzkartoffeln seien gestiegen, die Gewinnmarge habe sich verringert. Das liege an den Lizenzgebühren, den Anmeldegebühren bei der Landwirtschaftskammer, den Vermarktungs- und Transportkosten.

Der Trend bei der Kartoffel gehe zu gelbfleischigen, runden, festkochenden und leicht mehligen Früchten, weiß Schild. Wenige Augen sollten die Knollen ebenfalls haben. Im nächsten Jahr will der Kartoffelbauer auch rot- und blaufleischige Früchte anbieten.

Dicke Kartoffeln gebe es in diesem Jahr erheblich weniger als im letzten Jahr. Deshalb seien sie für die Herstellung von Pommes Frites besonders begehrt und versprächen einen guten Preis. Insgesamt würde die diesjährige Kartoffelernte auf dem Großmarkt zu etwa 100 Prozent teurer gehandelt als im vergangenen Jahr.


Die von vielen Verbrauchern begehrte Sorte „Linda“, die wegen des Auslaufens des Sortenschutzes und damit der Zulassung vom Markt verschwinden soll, bietet Schild in diesem Jahr weiter an. Daneben erntet er auf fünf Hektar die Frühkartoffel Angela und die Spätkartoffeln Milwa und Cilena.

Doch der Landwirt stellt eine rückläufige Entwicklung beim Kartoffelabsatz fest. „Junge Frauen machen sich nicht gern die Finger beim Kartoffelschälen schmutzig und weichen auf Reis, Teigwaren oder Kartoffelfertigprodukte aus“, erklärt er sich das.

Diesem Trend begegnete Schild mit der Einrichtung eines Hofcafés, das von Gästen ausgezeichnet angenommen wird und der Schweinemast. Dafür baut er auf den früher mit Kartoffeln belegten Flächen Futtergetreide an.