Ellwürden - Zu neuem Glanz möchte Sabine Dorn der Ellwürder Gründerzeitvilla an der Butjadinger Straße verhelfen. Sie hat das Gebäude, das im Jahr 1884 gebaut wurde, gekauft und will es renovieren. Das Haus steht unter Denkmalschutz, die Auflagen sind hoch. So hoch, dass sie mehrere Aktenordner füllen, berichtet die Unternehmensberaterin und CDU-Ratsfrau.

Doch damit das Gebäude erhalten bleiben kann, muss viel getan werden. „Es fängt bei den Fenstern an und geht bis sonst wo. Eigentlich ist es ein ganzer Katalog“, sagt Sabine Dorn. Rund 300 000 Euro wird sie in die Komplett-Sanierung stecken müssen. Doch das sei nur eine erste Schätzung. Sie müsse abwarten, was bei der Renovierung alles zu Tage kommt.

Jüngst hat sie einen Förderbescheid durch das Denkmalschutzsonderprogramm des Bundes in Höhe von 74 000 Euro erhalten. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen (Großenkneten) freute sich, den Bescheid übermitteln zu können.

„Mir ist wichtig, dass das sehr vernachlässigte Haus saniert wird. Ich möchte die Schönheit des Hauses wieder hervorheben und damit auch einen kleinen Beitrag zu einem schönen Ortsbild in Ellwürden leisten. Insbesondere an der exponierten Stelle war das Gebäude in dem bisherigen Zustand seit Jahrzehnten ein trauriger Anblick“, sagt Sabine Dorn.

Zudem habe das Haus eine sehr spannende Geschichte. Die Villa sei Wohnhaus eines für die Region wichtigen Menschen gewesen: Richard Tantzen. Ab 1913 habe Gustav Diedrich Tantzen mit seiner Familie in dem Haus gewohnt. Somit wuchs sein Sohn Richard Tantzen dort auf.


Als Ministerialrat war Richard Tantzen im Oldenburgischen Staatsministerium tätig und wurde Leiter des staatlichen Siedlungsamtes Oldenburg. In seinen Zuständigkeitsbereich sei auch die Besiedlung der Wesermarsch gefallen. Hätte er dieses Amt nicht inne gehabt, wäre die Besiedlung der Wesermarsch sicherlich anders verlaufen, meint Sabine Dorn.

Richard Tantzen war auch Vorsitzender des Oldenburgischen Landesvereins für Geschichte und Heimatkunde. „An die Arbeit von Herrn Tantzen soll durch eine Gedenktafel erinnert werden. Ferner soll das Haus zum Beispiel zum Tag des Denkmals und zu besonderen Anlässen für Besucher geöffnet werden“, kann sich Sabine Dorn vorstellen.

Das Gebäude soll aber auf jeden Fall ein Wohnhaus bleiben, sagt sie. Ob sie es selbst nutzen oder vermieten wird, steht noch nicht fest. Es sind bisher nur grobe Überlegungen. Erst einmal müsse das Haus gründlich saniert werden.