ELMELOH - 180 Teilnehmer hatten sich angemeldet für den Fachtag Demenz am Mittwoch im Wichernstift für Heimleiter Friedrich Mohn und Fortbildungsbeauftragte Ute Richwien-Emken bedeutete diese stattliche Zahl gleich in doppelter Hinsicht eine Bestätigung ihrer Arbeit: Erstens lagen sie richtig mit dem Thema, das mitten in der Gesellschaft angekommen ist, wie Mohn meinte. Und zweitens, so Richwien-Emken, freut uns besonders, dass nach den jüngsten Turbulenzen unsere Fachlichkeit nicht in Frage gestellt wird.
Wieder auf Kurs
Schließlich war das ev.- luth. Wichernstift bis vor kurzem selber ein Pflegefall. Mit der Beschränkung auf 70 Heimplätze und der konsequenten Ausrichtung auf die Betreuung Dementer hat das Elmeloher Altenpflegeheim aber den Konsolidierungskurs eingeschlagen und mit dem Fachtag am Dienstag dem fünften seit 1999 setzte die Einrichtung auch inhaltlich wieder Akzente.
Gekommen waren Mitarbeiter und Ärzte, die in der Dementenpflege tätig sind, Angehörige von Erkrankten oder auch Experten von Beratungsstellen und Krankenkassen aus dem ganzen nordwestdeutschen Raum. Für sie alle sei Weiterbildung das A und O, betonte Ute Richwien-Emken. Sie und Mohn vermittelten zunächst neue pflegewissenschaftliche Erkenntnisse, die durch Erfahrungen aus der eigenen Praxis untermauert waren. Ausführlich schilderten sie die vier Verlaufsphasen der Demenz, auf die im Wichernstift mit jeweils eigenen Wohnformen und Pflegemaßnahmen eingegangen werde. Besonders wichtig sei es, die Freiheit und Würde der Erkrankten zu akzeptieren und ihnen mit Ruhe und Respekt zu begegnen.
Nach der Kaffeepause setzte dann Dr. Thomas Brieden das Programm fort mit Informationen zur medikamentösen Versorgung von Menschen mit Demenz. Hier zwischen dem Notwendigen, dem Richtigen und auch dem Verzichtbaren zu unterscheiden, ist besonders für pflegende Angehörige nicht leicht, wie zahlreiche Nachfragen im Anschluss an den Fachvortrag bewiesen.
Mut, Glück, Ausdauer
Begrüßt wurden die Fachtags-Teilnehmer von Wichernstift-Vorstand Jörg Emken, der ihnen große Anerkennung für die sensible Arbeit aussprach. Dass das Wichernstift sich seit 1991 immer stärker auf den Bereich der Dementenpflege fixieren konnte, habe zuerst Mut erfordert, dann Glück, und jetzt ist Ausdauer nötig, um das fortzuführen, sagte Emken.
Bürgermeisterin dankt
Ein großes Dankeschön an alle Angehörigen und Pflegekräfte, die sich um Demente kümmern, übermittelte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas in ihrem Grußwort. Sie erinnerte an das Schicksal des früheren Schalke-Managers Rudi Assauer, dessen unaufhaltsames Abdriften ins Vergessen erst vor wenigen Monaten für Schlagzeilen sorgte: Er hat das Thema in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Dass es dort hingehört, darin waren sich alle Anwesenden einig.
