ELMELOH - „Blastur, Mestur, Piltur...“ – ein bisschen erinnerte es an eine geheime Formel, was Petra Sechting da einstudierte. Ist es aber nicht. Blastur ist ein Schwarzbrauner, Mestur ein Fuchs mit heller Mähne, Piltur ein Schimmel – und alle drei Pferde haben mit der neuen Tätigkeit der Elmeloherin zu tun: Seit März 2010 ist sie Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Kultur auf Gut Spascher Sand (bei Wildeshausen). Und da muss sie auch die oft gestellten Fragen nach den Namen der (insgesamt neun) Pferde beantworten können.
Freilich: Viele Menschen aus Ganderkesee und umzu kennen Petra Sechting in ganz anderen Rollen. Zum Beispiel als Piratin auf einem Schiff an der Bremer Schlachte oder als Ausbilderin für Gästeführer. Oder als „Märchenfee“.
Schon vor acht Jahren hatte die Elmeloherin begonnen, Kinder an der Grundschule Schierbrok mitzunehmen in die Welt der Feen und Trolle. Auftritte in vielen anderen Orten schlossen sich an. Auch „Heimspiele“ kamen hinzu: Organisiert vom Heimat- und Ortsverein Elmeloh/Almsloh, lud Petra Sechting zu sich auf den Lindenhof in Elmeloh ein, um auf der schummrig beleuchteten Diele mal vom erwachenden Drachen zu erzählen, mal vom Königspaar, das sich so sehr Kinder wünschte. Gestenreich, nie hektisch, nie laut, immer bildhaft – so schlüpfte die studierte Freizeitwissenschaftlerin von einer Rolle in die nächste. Bis zum Jahr 2009.
Und dann? „Zwischen Weihnachten und Neujahr 2009“ überlegte sich die Elmeloherin, ob sie ihre Fähigkeiten nicht „unter einen Hut“ bringen könnte. Bekannte erzählten ihr von der Ganztagsschule Gut Spascher Sand und dem angeschlossenen Montessori-Kin- dergarten. Die Elmeloherin blätterte daraufhin in den Internetseiten der Schule – und war neugierig geworden.
Was folgte, ist schnell berichtet: Petra Sechting wurde eingestellt – nicht nur, um mit Kindergartenkindern in die Welt der Märchen einzutauchen und um mit Schulkindern Theaterprojekte zu bewerkstelligen, sondern zum Beispiel auch, um Gästen die neue Nutzung des Gutes Spascher Sand und Projekte der Initiatoren Renate und Wolfgang Rixen vorzustellen.
Das Ehepaar, so berichtete sie, habe das einst marode Gut erworben und hier eine Ganztagsschule nach der Montessori-Pädagogik entstehen lassen. Als dann das angrenzende Bundeswehr-Gelände zum Verkauf stand, habe Rixen es dazu erworben, zurzeit werde es zur Park- und Gartenlandschaft umgestaltet. Dort schwebe dem Unternehmer eine hochwertige Bebauung vor.
Dass ihre Unterschrift unter dem Arbeitsvertrag eine richtige Entscheidung war, steht für Petra Sechting außer Frage. „Ein tolles Klima“ mit „sehr vielen netten Kollegen“ habe sie vorgefunden, „in einer schönen Umgebung“. „Das ist keine Provinz, das ist ein abgelegener Geheimtipp.“
Und das Märchenerzählen? Sie sei danach schon mehrfach gefragt worden, sagte Petra Sechting. Aber das müsse warten: „Ich bin noch so voll mit Neuem, da trau ich mich noch nicht dran.“
