ELMENDORF - Die Wikinger waren los – allerdings nicht auf Kriegspfad. Diesmal zeigten sich die Nordmänner äußerst friedlich und bildeten junge Menschen während der Ferienpassaktion der Zwischenahner Jugendpflege auf dem Gelände der Grundschule Elmendorf aus. Zur authentischen Darstellung wurden nach dem Vorbild der Wikinger Zelte aufgestellt, wie sie früher benutzt wurden.

Die Wikingersippe „Skan'dinoriem“ mit Martina und Peter Raschke, Stefan und Christian Reil sowie Uwe Jütting, die in und um Westerstede leben, vermittelte in Theorie und Praxis 32 Kindern, wie die Wikinger vor rund 1000 Jahren lebten. Alle Sippenmitglieder hätten eine pädagogische Vorbildung und überdies wären einige auch in handwerklichen Berufe ausgebildet, berichtet Peter Raschke. Vor Jahren entdeckten die Frauen und Männer ihre Leidenschaft für die Nordmänner. Seit einem Jahr arbeite man mit Kindern, so Raschke, um denen das Leben der Wikinger näher zu bringen.

„Die Wikinger waren nicht nur Kämpfer", stellte Martina Raschke in einer Gesellschaftskunde über die Nordmänner fest. Sie betrieben Handel, sowie Ackerbau und Viehzucht. Ihr Lebensmittelpunkt sei die Familiensippe gewesen. Zunächst erfuhren die Kinder Wissenswertes über die historische Berufskunde der Wikinger und über die Verbindung zu damaligen Zünften und Gilden.

Dann wurde praktisch gearbeitet. Die Mädchen und Jungen, die in Gruppen aufgeteilt wurden, töpferten, flochten, fertigten Beutel aus Leder und bearbeiteten Kräuter, Gewürze und Getreide..

Beim Schmied fertigte eine Gruppe einen Metallhaken, bei dem zwei Kinder mit einem Blasebalg das Feuer entfachten. Um die Ähnlichkeit der heutigen lateinischen Schrift mit der Runen-Schreibweise, ein Vorläufer unserer Schrift, herzustellen, hatten die „kleinen Wikinger“ Äste anzuschnitzen, um darin ihre Namen in Runenschreibweise einzutragen. Das Arbeiten mit Kindern bereite viel Spaß, stellte Martina Raschke fest: Die hörten zu und fragten vieles.


Spaß am Wikingertag hatte z.B. die zwölfjährige Vera. Sie war zum zweiten Male dabei, und auch diesmal hätte sie wieder einiges gelernt. Ihr kleinerer Bruder Leo fand das Arbeiten interessant.

„Es werde verkuendet, dass sich die Kinder mit Erfolg und Fleiss als Geselle der Handwerkerzunft bewiesen hätten", hieß es in einem Zunftbrief, den alle Ferienpasskinder zum Abschluss erhielten.