Elsfleth - Auch wenn nicht alles so geklappt hat, wie es sich die Naturschützer erhofft hatten, ist Hans-Jürgen Junge nach dem ersten Sommer „sehr zufrieden“. Der Sprecher des Naturschutzbundes (Nabu) Elsfleth weiß, dass man für Natur- und Artenschutz durchaus Zeit braucht.
Und Zeit haben die Naturschützer für ein ganz besonderes Projekt: „Elsfleth blüht“ wurde von der Nabu-Ortsgruppe initiiert und wird von der Stadt Elsfleth und der Moorriem-Ohmsteder Sielacht unterstützt – Naturschutz, Stadt und Wasserwirtschaft kooperieren in einem gemeinsamen Bündnis. Entlang des Liene-Kanals – zwischen Moorriemer Kanal und B 211 – soll ein Schutzgebiet entstehen. Vielfalt ist Trumpf: Neben einer Streuobstwiese sind Fett- und Magerwiesen geplant, ein Storchen-Hochstand und Eisvögel-Bruthöhlen sollen hier Platz finden, ebenso Insektenhotel und Fledermaus-Kästen.
Einiges konnte schon im ersten Jahr der dreijährigen Anlaufphase umgesetzt werden. So wurden von den Nabu-Mitgliedern und Unterstützern – nach professioneller Vorbereitung der Flächen – erste Obstbäume gepflanzt, Saatmischungen in den Boden gebracht, Altholzhaufen angelegt und einige andere Dinge mehr angegangen. Unterschiedliche und schwierige Bodenverhältnisse haben zwar nicht auf allen Flächen zum erwünschten Erfolg geführt. Die Naturschützer nehmen diese Herausforderung aber gerne an. Noch in diesem Herbst sollen die Arbeiten weiter gehen, Anfang kommenden Jahres die verbliebenen Fichten verschwinden. „Um blühende Landschaften zu erhalten, muss man Geduld haben“, weiß Junge.
Die Stadt kostet all das nichts – das Geld kommt von der Bingo-Umweltstiftung. Und von anderen Geldgebern. So wie die Sitzgarnitur, die Radfahrer und Spaziergänger zum Verweilen einlädt. Mit etwas Glück können sie auch einen Seeadler beobachten, der sich am Moorriemer Kanal immer wieder sehen lässt. So wie am Tag der Spendenübergabe: Während unten Vertreter von Nabu, Sielacht, Zimmerei Munderloh und Bürgerstiftung Wesermarsch (die knapp 1400 Euro für die Sitzgruppe übernommen hat), über bereits Erreichtes und noch Geplantes sprechen, zieht der mächtige Greifvogel oben seine Kreise.
Die Ortsgruppe Elsfleth erfährt übrigens nicht nur bei diesem Projekt große Unterstützung. Mittlerweile zählt sie 200 Mitglieder. Und eine Jugendgruppe ist in Planung.
