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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Aufatmen auf der Werft

15.03.2019

Elsfleth /Berlin Die „Gorch Fock“ wird weitergebaut. Kurz vor 13 Uhr wurde am Donnerstag bekannt, was sich schon seit Tagen angekündigt hatte: In Berlin einigte sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit Vertretern der Elsflether Werft auf die Fortführung der Arbeiten an dem traditionsreichen Segelschulschiff.

Ziel sei es, bereits am Montag wieder mit den Arbeiten zu beginnen, sagte von der Leyen nach dem Gespräch. Der grundsätzlichen Einigung müssen formal noch die am Insolvenzverfahren Beteiligten zustimmen.

Im NWZ-Gespräch zeigte sich der neue Aufsichtsratschef der Elsflether Werft, Pieter Wasmuth, erleichtert: „Das ist eine gute Entscheidung, weil es uns die Möglichkeit gibt, die Werft zu stabilisieren.“ Die Transparenz der neuen Werftleitung sei „sehr positiv aufgenommen“ worden und habe „neues Vertrauen“ geschafft, so Wasmuth. Er sei nun zuversichtlich, dass die Werft weitere Projekte von der Marine bekomme.

Zustimmung zu der Entscheidung gab es von der IG Metall Küste. „Auf diese Entscheidung haben die Beschäftigten der Werft und bei vielen Zulieferern in der Region gewartet“, erklärte Bezirksleiter Meinhard Geiken.

Und auch SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller (Varel), Mitglied im Verteidigungsausschuss, freute sich über die Entscheidung: „Das ist ein richtig guter Tag für die Region.“ Außerdem betont sie noch einen weiteren Teil der Vereinbarung: Die Werft dürfe bis zum 31. Mai einen Plan entwerfen, wie es weitergehen könnte – ohne die Kostenobergrenze von 128 Millionen Euro anzutasten. „Die Idee der Weiterführung ist ein gutes Zeichen – somit besteht die Chance, die ,Gorch Fock‘ in Elsfleth zu Ende zu bauen.“

„Hocherfreut“ zeigte sich auch die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann (Berne): „Das ist der richtige Schritt für die Elsflether Werft, ihre Mitarbeiter sowie für unsere Region.“ Für sie stehe fest: „Das Schiff muss zu Ende gebaut werden.“

Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) begrüßte die Entscheidung ausdrücklich, forderte aber auch, dass die weiterhin im Raum stehenden Untreue-Vorwürfe zügig aufgeklärt werden.

Die Vereinbarung mit der Werft sieht vor, dass das Schiff für 11 Millionen Euro bis zum Sommer schwimmfähig werden soll. Für den zweiten Schritt bis zur Hochseetauglichkeit dürfen maximal weitere Kosten in Höhe von 48 Millionen Euro entstehen.

Jörg Jung Redakteur / Regionalredaktion
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Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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