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Direktvermarkter Frischer kann man Milch nicht kaufen

Elsfleth - „Ich habe lange darauf gewartet, endlich wieder frische Milch vom Bauernhof zu bekommen.“ Oder: „Milch, die schmeckt – ein so gutes Gefühl für uns.“ Oder: „Wir sind schon wieder da. Die Milch schmeckt super, der Pudding daraus auch.“ – Diese und viele weitere Einträge in ihrem Gästebuch bestätigen Bettina und Frank Sager darin, dass die Eröffnung ihrer Milchtankstelle vor zwei Jahren eine gute Idee war. Und darin, dass ihre Milch ein hochwertiges, geschätztes Lebensmittel ist.

Als in Bettina Sager die Idee für die Milch-Zapfanlage auf dem eigenen Hof in Elsfleth reifte, war der Milchpreis gerade wieder einmal tief im Keller. Warum die Milch nicht teilweise direkt vermarkten? Und gleichzeitig Werbung machen für die Landwirtschaft und das Produkt?

„Frischer kann die Milch nicht gekauft werden“, sagt Bettina Sager und verweist auf ihre Milchtankstelle. An der können sich die Kunden selbst bedienen: Sie werfen Geld ein, halten eine Flasche unter den Milchhahn und befüllen diese. Mit vier bis sechs Grad Celsius kommt die Milch gut gekühlt aus dem Automaten. Das muss auch so sein: Bei Sager’s Milch handelt es sich nämlich um Rohmilch. Die ist vollkommen unbehandelt, also so, wie sie aus der Kuh kommt.

„Weiter so!“

„Rohmilch vor dem Verzehr abkochen“: Diesen Hinweis müssen Bettina und Frank Sager an ihrem Verkaufsautomaten anbringen. So will es der Gesetzgeber, um auf potenzielle Gesundheitsrisiken in Zusammenhang mit Keimen in der Milch hinzuweisen. Abkochen heißt hier pasteurisieren, also die Milch für 15 bis 30 Sekunden auf 72 bis 75 Grad erhitzen, erklärt die Landwirtin.

Viele Kunden bevorzugen aber die unbehandelte Rohmilch, das geht aus den Einträgen im Gästebuch hervor. „Weiter so! Wir haben auch keinen Durchfall“, steht da zum Beispiel. Oder: „Wow, Rohmilch! Ich bin Ihnen sehr dankbar!“


„Die Landwirte sind überzeugt von ihren Produkten. Ich kenne auch keinen, der für sich selbst seine Milch abkocht, seit Generationen wird sie so getrunken“, sagt Bettina Sager und lädt auf einen Eiskaffee aus ihrer Milch ein.

Es sind viele Stammkunden, die meist an festen Terminen in der Woche ihre Milch bei Sagers kaufen. Die erledigen erst ihre Einkäufe an der Oberrege und fahren dann die 300 Meter bis zum Hof von Bettina und Frank Sager, Deichstücken 34 am Ortseingang von Elsfleth, und holen sich dort ihre Milch ab. Auch Kartoffeln, Eier, Bioland-Käse und Honig eines Elsflether Imkers können in dem kleinen Holzhäuschen gekauft werden. „Die Bienenvölker stehen teilweise auch auf unseren Flächen“, sagt Bettina Sager, die es schön findet, diesen Honig dann auch direkt verkaufen zu können.

Großer Aufwand

Aber ihr wichtigstes Anliegen ist und bleibt natürlich die Milch. Ausweiten wollen Sagers die Direktvermarktung nicht, aber finanziell tragen muss sich die Milchtankstelle natürlich. „Wir mussten ja auch investieren“, sagt die Chefin. Die Milchtankstelle rechne sich, aber es dürften auch gerne ein paar Kunden mehr sein, fügen Sagers hinzu. Denn der Aufwand, die Milchtankstelle zu betreiben, ist kein geringer: Täglich muss das gesamte System gründlich gereinigt und anschließend wieder neu mit der frischen Milch befüllt werden.

Deshalb hofft die Familie auf weiteren Zuwachs in der Kundenfamilie. Einkaufen kann man dort übrigens 24 Stunden am Tag an sieben Tagen die Woche.

Wer sich über die Milchtankstelle informieren möchte, kann sich bei Bettina Sager unter t 0159/01294003 melden.   Auf Facebook findet man Infos unter

Anja Biewald
Anja Biewald Redaktion Oldenburg
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