ELSFLETH - Tammo Feller arbeitet seit gut zweieinhalb Jahren auf dem Elsflether Friedhof. Und im Moment hat er ganz besonders viel zu tun. Der Grund: Mehr als 100 Grabengel stehen nicht mehr auf dem richtigen Platz – und das hat in den vergangenen Tagen schon zu massiven Beschwerden geführt. Zu den Fakten: Grabengel dürfen in Elsfleth nur auf angelegten Gräbern, nicht aber auf den so genannten Rasengräbern aufgestellt werden. Dies wollte ein Trauernder partout nicht einsehen. „Wenn ich keine Engel aufstellen darf, dann dürfen die anderen das auch nicht“, sagte er und setzte Feller dabei gehörig unter Druck. Um Ärger zu vermeiden, sammelte Feller Dutzende Grabengel ein – und brachte sie in das Wirtschaftshaus des Friedhofs.
Doch der so vermeintlich vermiedene Ärger entwickelte sich zu einem Boomerang. Die Trauernden der angelegten Gräber vermissen ihre Engel – und das führt nun erst recht zu Beschwerden – und der soll jetzt aufgelöst werden.
Die Engel sollen an ihren angestammten Platz gebracht werden – und dazu benötigt Feller die Hilfe der Trauernden. Aber auf eines weist Pastor Wilfried Giesers vorab schon jetzt hin: Auf Rasengräbern haben die Engel laut Satzung nichts zu suchen – nur auf den angelegten Gräbern. Und er betont zugleich, dass der Engel – insbesondere als Schutzengel – in den vergangenen zehn Jahren bei der Trauerbewältigung immer mehr ins Bewusstsein geraten sei.
