ELSFLETH - Werner Hofmann ist ein Mann, für den der Grundgesetz-Passus „Eigentum verpflichtet“ Wert hat. „Ich bin 75. Das Geld, das ich in meinem Arbeitsleben verdient habe, ist nicht mehr sinnvoll zu verbrauchen“, beschreibt der in der Atomkraft-Branche und Kernenergie-Grundlagenforschung tätig gewesene Rodenkircher sein „Problem“. Und so hat sich das Ehepaar Waltraut und Werner Hofmann entschlossen, einen Teil seines Vermögens in eine Stiftung zu überführen, aus deren Erträgen die Jugend unterstützt wird. Seit drei Jahren fördern die Hofmanns mit einer nichtselbstständigen Stiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung Wesermarsch die Realschule Rodenkirchen. Nun folgt mit einem ebensolchen Stiftungsmodell die Haupt- und Realschule Elsfleth.

Am Mittwoch stellten Hofmann, Rieke Wiesensee vom Bürgerstiftungs-Vorstand, Schulleiter Robert Ringwelski und Konrektor Manfred Asche die Kooperation Bürgerstiftung-Schule vor. 3000 Euro jährlich sollen demnach aus den Stiftungs-Erträgen an die HS/RS ausgeschüttet werden, im ersten Jahr als Abschubfinanzierung sogar 5000 Euro. Start des auf Dauer angelegten Projekts ist noch im laufenden Schuljahr. Um den Werterhalt der Erträge zu gewährleisten, wird das Stiftungskapital entsprechend der Inflationsrate erhöht.

„Die Schüler müssen erst mal wissen, worum es geht, und dann haben sie Spaß daran“, lautet die Überzeugung von Robert Ringwelski. Ziel sei es, dass „möglichst viele Schüler Freude am selbstständigen und individuellen Lernen erfahren“, schreibt der Schulleiter in einem Papier, das die Absichten der Kooperation konkretisiert. Im Einzelnen ist folgendes geplant: Jährliche Auslobung von Preisen an die erfolgreichsten Absolventen der Abschlussklassen – 300 Euro für den besten Notendurchschnitt, 250 Euro für die beste Notendurchschnitt-Steigerung über zwei Jahre, 150 Euro für den zweitbesten Notendurchschnitt und 200 Euro für vorbildliches Sozialverhalten. Weiteres Geld soll für die Stärkung des Nachmittagsbereichs eingesetzt werden: Anschaffung von Fachliteratur und -zeitschriften, Hard- und Software sowie Experimentier-Ausstattungen. Außerdem sollen von den Stiftungs-Erträgen Materialien beschafft werden, die für ein positives Lernklima und damit besseren Lernerfolg sorgen können. Denkbar ist laut Ringwelski zudem, für bestimmte Themenfelder und Lerneinheiten Fachdozenten einzuladen.