ELSFLETH - Es war zu Beginn der 40er Jahre, als die Huderin Alma Martens gemeinsam mit einer Freundin ein Theaterstück in Schüttes Gasthof in Berne besuchen wollte. Was sich zunächst als kleines Drama entwickelte, wurde für die junge Frau lebensbestimmend.

Alma Rehse, geborene Martens (Jahrgang 1919) erinnert sich: „Meine Freundin saß am Huder Bahnhof im Zug und ich habe ihn verpasst.“ Dann war da noch ein junger Mann, der die Gelegenheit beim Schopfe griff. Der Maschinenbaumeister Heinz Rehse aus Berne kannte die Huderin bereits von früheren Tanzveranstaltungen. Zur rechten Zeit am rechten Ort bot er Alma Martens an, sie auf seinem Fahrrad nach Berne zu fahren, ein Angebot das die junge Frau gerne annahm. Eine Tour mit schönen Folgen: 1944 heiratete das Paar, drei Kinder stellten sich im Laufe der Jahre ein.

Alma Rehse hatte als Kind die Huder Schule besucht und durchlief zu Kriegsbeginn eine Ausbildung als Sanitäterin. Heinz Rehse wurde von der Wehrmacht nach Russland eingezogen. Den Krieg überstand der Berner zwar unversehrt, aber: „Ich musste diesen schmal gewordenen Mann erst einmal richtig wieder aufpäppeln“, erzählt die Seniorin.

Nachdem Heinz Rehse bei seinem Arbeitgeber wieder angestellt wurde, wohnte das Ehepaar zunächst in Dreisielen, später zog die Familie ins eigene Haus an der Weserstraße in Berne. Krankheitshalber musste Alma Rehse vor einem Jahr ihren Haushalt aufgeben und wohnt seitdem im Seniorendomizil Sandvoß in Elsfleth und wäre ihr Mann noch am Leben, könnte das Paar in diesem Jahr die Eiserne Hochzeit feiern.

Heute feiert Alma Rehse gemeinsam mit der großen Familie und engen Freunden ihren 90. Geburtstag und sie ist geistig so frisch und rege, dass es in der netten Runde an Gesprächsstoff nicht mangeln wird. Es gratulieren die Kinder, Schwiegerkinder, fünf Enkel und neun Urenkel, das jüngste davon gerade mal fünf Monate jung.