ELSFLETH - Jaqueline Fröhner achtet auf jeden Cent. Die Mutter von vier Kindern bekommt Hartz VI – und ärgert sich nun über die Auszahlungsmodalitäten. Nach der Erhöhung des Regelsatzes durch die Bundesregierung steht ihr mehr Geld zu. Doch nicht viel davon kommt bei ihr im Portemonnaie an. „Ich habe drei Schecks bekommen. Einen mit 431 Euro, und dann noch zwei mit einmal 13,90 Euro und 3,90 Euro“, erzählt die 44-jährige Elsfletherin. „Das Problem ist: Ich habe kein Konto. Jeder Scheck, den ich bei der Bank einzahle, wird mir berechnet. Und so blieben von den 3,90 Euro zum Beispiel nur noch 40 Cent übrig.“ Insgesamt 12 Euro hätte das Einlösen der Schecks sie gekostet. „Dafür hätte ich mit meinen Kindern mal ein Eis essen können“, sagt Fröhner, die als Ein-Euro-Jobberin bei der Tafel in Nordenham arbeitet. „Da verfahre ich jeden Monat 50 bis 60 Euro Benzin, davon bekomme ich auch nur 20 wieder“, so die gelernte Verpackungsmittelmechanikerin. Dass ihr nun auch Geld wegen komplizierter Auszahlungen mit drei verschiedenen Schecks fehlt, kann sie nicht verstehen. „Das Problem betrifft bestimmt viele Menschen, aber die meisten sagen nichts“, glaubt sie.

„Das ist nicht optimal gelaufen“, sagt auch Jochen Menkens, Teamleiter Leistung beim Jobcenter Wesermarsch. „Es gab technische Probleme aufgrund des langwierigen Gesetzgebungsverfahrens.“ Normalerweise würden kleine Summen nicht auf Schecks angewiesen. „Die Betroffenen bekommen den Differenzbetrag nun erstattet. Und in Zukunft werden wieder nur Schecks mit größeren Summen ausgegeben“, erklärte er.