ELSFLETH - Mal eben schnell Tschüs sagen und dann in den Ruhestand gehen: so leicht kamen am Mittwochmittag im Seniorendomizil Sandvoß die beiden künftigen Pensionäre Gertrud Wagner und Frieder Brückmann nicht davon. Bevor sich beide von den Kollegen und der Geschäftsleitung mit Sekt und Häppchen verabschiedeten, standen noch dringende „Arbeiten“ auf der Pflichtenliste, die keinen Aufschub duldeten.

Zuvor war den beiden scheidenden Mitarbeitern ein Transparent mit der Aufschrift „Heute Rentner – Morgen Bewohner“ überreicht worden. Beim Gang durch die Steinstraße mitsamt Transparent wurden sie von den Kollegen singend begleitet.

Die letzten „Tätigkeiten“ nach dem Parcours auf dem Aufsitzmäher waren Hausmeister Frieder Brückmann und der Altenpflegerin Gertrud Wagner im Heye-Garten auf den Leib geschrieben. Auswechseln einer Glühlampe, bohren und hämmern, den Reifen eines Rollstuhls aufpumpen und einen Stuhl leimen, diese Arbeiten konnte Brückmann dank langjähriger Erfahrung locker meistern.

Nach jeder Station überwachte Pflegerin Gertrud Wagner penibel den Gesundheitszustand des Hausmeisters. Sein Blutdruck wurde gemessen und für in Ordnung befunden, der „verletzte“ Daumen wurde fachkundig verbunden, nach dem Aufpumpen der Reifen konnte keine erhöhte Temperatur gemessen werden, und das Leimen des Stuhls wurde mit einem kräftigen und hochprozentigen Schluck aus der Schnabeltasse und viel Applaus von den Kollegen belohnt.

Gertrud Wagner war zehn Jahre in der Pflege im Seniorendomizil tätig, Frieder Brückmann ist bereits seit 1991, als die Familie Sandvoß noch in Colmar ihre erste Einrichtung betrieb, bei dem Unternehmen und diesem seither treu geblieben.