ELSFLETH - ELSFLETH - Im Jahr 1933 brachte der Moorriemer Maler Prof. Bernhard Winter (1871-1964) eine Mappe mit 20 Lithographien heraus, die Szenen aus dem Freiheitskampf der Stedinger Bauern gegen den Bremer Bischof Gerhard II und die Kreuzritter darstellen. Bekanntlich endete der Zwist mit der Schlacht bei Altenesch im Jahr 1234. Alle 20 Lithographien „De Stedinge woll to gedenken“ werden in der Mappe zum Schluss jeweils mit plattdeutschen Texten kommentiert. Aus Anlass des 750-jährigen Stedinger-Gedenkens wurde 1984 eine Neuauflage der Bildmappe als Bildband herausgegeben.

Dass eine Erstausgabe (1933, nummeriert und handsigniert) dieser Lithographien des Moorriemer Heimatmalers jetzt ihren Platz an den Wänden des neuen Heye-Saals gefunden hat, ist laut Dieter Sindermann, Geschäftsführer der Heye-Stiftung, eine reine Zufallsgeschichte. Im NWZ -Kleinanzeiger entdeckte Sindermann im Dezember 2005 ein Verkaufsangebot „Bernhard Winter – Orig. Erst-Ausg. 15 Bilder handsigniert, gerahmt, ,Kampf der Stedinger Bauern gegen das Ritterheer‘ mit Schrifttafeln und Bann-Bulle zu verkaufen“. Sindermanns Interesse war sofort geweckt.

Anbieter der Sammlung war der Oldenburger Textilkaufmann Adolf Dobrat. Die Sammlung hing ursprünglich in der Oldenburger Gaststätte „Stedinger Hof“. Die im Besitz der Familien Warnken und Wilken befindliche Gaststätte wurde von Dobrat gekauft, der dort sein Textilfachgeschäft etablierte. Die Bildersammlung erwarb der Kaufmann für private Zwecke.

Mit Adolf Dobrat wurde Dieter Sindermann sehr schnell einig und die Heye-Stiftung konnte die Sammlung zu einem günstigen Preis erwerben. Kleinere Feuchtigkeitsschäden und Schäden an den Rahmen wurden von Restauratorin Ruth Eggers behoben.