ELSFLETH - „Vom Tellerwäscher zum Millionär wie früher in den Vereinigten Staaten – diese Karriere war mir nicht beschieden“, gestand Kurt Wiechmann, Geschäftsführer der Elsflether Werft, am Mittwoch seinen Gästen, die ihm anlässlich seines 50-jährigen Betriebs- und Berufsjubiläums im Festzelt auf dem Werftgelände die Ehre gaben. Am Beginn seiner Laufbahn, fuhr er fort, hätte allerdings Geländerputzen und Tellerwaschen bei seiner ersten Probefahrt auf dem Motorschiff „Hildegard“ zu seinen Pflichten gehört.

Mit vierzehneinhalb Jahren trat Kurt Wiechmann seine Lehre auf der Elsflether Werft an. Vom Berufswunsch, Schiffbauer zu werden, hatten ihm erfahrene Kollegen abgeraten: „Kurt, lern was Anständiges und werd´ Maschinenbauer – Schiffbauer kannste immer noch werden.“1961 beendete der Elsflether seine Ausbildung, er wurde zur Luftwaffe eingezogen und kehrte danach zur Werft zurück. 1969 wurde Wiechmann Vorarbeiter in der Schlosserei, 1972 ernannte ihn die Leitung zum Ausbildungsmeister. 1976 wechselte er von der Maschinenhalle ins Büro. „Das Duo Arnold Addicks/Kurt Wiechmann wurde zum ,Dream-Team‘ der Werft“, so Verkaufsleiter Wolfgang Gerdes. Als der Traditionsbetrieb nach dem Konkurs in die Elsflether Werft GmbH u. Co. KG umgewandelt wurde, übernahm Wiechmann die Werftleitung als Geschäftsführer.

Zurzeit erfreue sich die Werft einer großen Anzahl an Reparaturaufträgen, so Gerdes. Die Werft in schwierigen Zeiten zu verlassen oder gar eine Schließung hinzunehmen, sei für ihn unvorstellbar gewesen, bekannte Wiechmann. Letztlich habe ihm auch die volle Unterstützung der Familie Rohden seine Entscheidung, die Leitung anzunehmen, leicht gemacht: „Auf der Werft habe ich eine strenge, aber gute Ausbildung erfahren, alle Höhen und Tiefen durchgestanden und ich kann sagen, seit zwölf Jahren sind wir auf Erfolgskurs.“ Beleg dafür sei auch der inzwischen fünfte Besuch des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ an der Werftpier. Wiechmann: „Inzwischen sind Freundschaften entstanden, die die Arbeitsabläufe positiv beeinflussen.“

Zu den weiteren Laudatoren zählten Geschäftspartner Horst Hinrichs (DB AutoZug GmbH) und der Kommandant der „Gorch Fock“, Fregattenkapitän Norbert K. Schatz. Der hatte eine besondere Überraschung parat: Vor dem Haus der Familie Wiechmann in der Henriettenstraße hat jetzt der Heckanker der „Gorch Fock“ einen neuen Standort gefunden.