ELSFLETH - Die Sperrfristen für die Gülleausbringung gefallen den Bauern nicht. Björn Thümler (CDU) mag keine Doppelbelastungen.
von Evelyn Eischeid
ELSFLETH - „Viel Masse – wenig Klasse“ – so kommentierte der Vorsitzende des Elsflether Landvolks, Hans-Jürgen Pansegrau, die erste Mahd im vergangenen Jahr. Aber nicht nur der „erste Schnitt“ habe unter den Wetterkapriolen gelitten. Dauerregen und unbeständiges, kühles Wetter bis in den Juni, dann ein glühender Juli und eine sechswöchige Trockenheit hätten dem Mais und verschiedenen Getreidesorten zu schaffen gemacht, so der Vorsitzende auf der Jahreshauptversammlung im Neuenfelder Bürgerhaus.Auf Exkursionen, Besichtigungen und Informationsveranstaltungen hatten sich die Elsflether Landwirte über aktuelle Themen kundig gemacht. Wenig überzeugt waren die Vertreter der Landvolkvereine vom neuen Landschaftsplan, vorgestellt im Rathaus im Mai 2006. Pansegrau: „Bei den geplanten Auflagen wird kein Storch auf den Kompensationsflächen mehr landen!“
Auch die unterschiedlichen Sperrfristen bei der Gülleausbringung wird von den Bauern kritisiert – eine schriftliche Eingabe wurde dem niedersächsischen Landwirtschaftsminister Hans-Hermann Ehlen überreicht. Problematisch werde sich die geplante Unterweser- und Außenweservertiefung nicht nur auf die Deichsicherheit, sondern auch durch einen erhöhten Salzgehalt auf die regionalen Gewässer auswirken, befürchten die Landwirte.
Zu diesem und anderen Themen nahm der Gast der Jahreshauptversammlung, der Berner Landtagsabgeordneter Björn Thümler (CDU), Stellung. Dieses Kapitel zwinge ihn zwischen „Baum und Borke“ räumte Thümler ein. Die Sicherstellung qualitativen Wassers müsse vorab vollständig geklärt werden. Die unendliche Geschichte der Straßenausbaubeitragsatzung polarisiert weiter: Thümler forderte eine verbindliche Regelung, um eine Doppelbelastung auszuschließen: „Es kann nicht sein, dass Anlieger zur Kasse gebeten werden, wenn die Straßen durch Dritte kaputt gefahren werden.“ Die angedachte Übertragung der Kreisstraße 211 an die Stadt Elsfleth ist laut Thümler aber vom Tisch.
