ELSFLETH - Im Jahr 1839 hatte der britische Physiker Sir William Grove eine gute Idee: er experimentierte mit der Elektrolyse von Wasser zu Wasserstoff und Sauerstoff und stellte dabei fest, dass sich dieser Prozess auch umkehren ließ.

Er konstruierte eine „galvanische Gasbatterie“ – die erste Energie liefernde Brennstoffzelle war „erfunden“. Kann die Brennstoffzelle als emissionsarmer Energiewandler heute eine wirtschaftliche Alternative sein und zur nachhaltigen Lösung von Energie- und Umweltproblemen, respektive in der Seeschifffahrt, beitragen?

Dieser Frage ging jetzt der Gast des Nautischen Vereins Niedersachsen, Dipl. Ing. Peter Pospiech, im Hotel-Restaurant „Zur Kogge“ nach. „Noch steht weltweit der Motor im Focus“, sagte Pospiech, „er soll zuverlässig und langlebig sein, wartungsfreundlich, mit geringem Kraftstoffverbrauch und alle gesetzlichen Auflagen erfüllen, man will ihn als eierlegende Wollmilchsau.“ Emissionsreduzierung sei heute angesichts der Erderwärmung jedoch das absolute Muss, zumal die IMO-Vorschriften ab 2016 eine radikale Verschärfung der Grenzwerte vorsehen würden, so Pospiech. Beim heutigen Stand der Entwicklung werde die Brennstoffzelle die Energiesituation nicht grundsätzlich verbessern. Dennoch wird weltweit geforscht und experimentiert, um den noch sehr geringen Wirkungsgrad der umweltfreundlichen Energieerzeugung zu steigern.

In der Schifffahrt wurde 1999 die „Hydra“ als erstes von Brennstoffzellen angetriebenes Schiff vom Germanischen Lloyd zertifiziert. Der erzeugte Wasserstoff reichte bei einer Betriebsdauer von acht Stunden für zwei Tage. Als „Zemship“ (Zero Emission Ship) wurde 2008 die „Alsterwasser“ in Betrieb genommen. Zwei Brennstoffzellensysteme (Stacks) erzeugen auf dem Hamburger Fahrgastschiff eine Spitzenleistung von je 48 Kilowatt. „Die Aussage, deutsche U-Boote Klasse 214 würden von Brennstoffzellen angetrieben, ist nur bedingt richtig“, stellte Pospiech klar, „die dienen mit 306 erzeugten Kilowatt zur Versorgung der Batterieanlagen.“ Für Megayachten, Container- und Kreuzfahrtschiffe mit Leistungsbedarf im Megawattbereich ist die Brennstoffzelle als alleiniger Antrieb noch keine Alternative, könne aber eine Option sein, um bei Hafenliegezeiten auf Dieselkraftstoff zu verzichten, räumte Pospiech ein. „Um weltweit wettbewerbsfähig zu sein, ist die Brennstoffzelle einfach noch nicht effizient genug. Handicaps sind die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zur Wasserstofferzeugung und die Größe der Stacks.“