ELSFLETH - Ein paar Akkordeonklänge, ein Schluck aus der Buddel , hoch mit der Krone und einen Segensspruch – so geht man auf dem Dorf kein Richtfest an.
Die Sandfelder Ortswehr und die Dorfbevölkerung wissen, wie man ein zünftiges Richtfest mit allen seinen lustigen Zeremonien feiert.
Im Mittelpunkt des sonnigen Nachmittags stand natürlich der Rohbau des neuen Feuerwehrhauses. Bis jedoch vor dem First die Richtkrone prangte, war es zur Freude der vielen Gäste ein langer und für den Ortsbrandmeister Andreas Böning vor allem ein schmerzhafter Weg.
Suche mit Wünschelrute
Erstmal musste der verflixte Balken, auf dem Böning zum Neubau reiten sollte, gefunden werden. So wurde manche Ecke rund um den Altbau gewissenhaft mit der Wünschelrute abgesucht und ebenso gewissenhaft wurde eingeschenkt, wenn die Suche wieder mal erfolglos war.
Irgendwo im Nachbargarten wurde die lustige Feuerwehrcorona endlich fündig. Der mit Girlanden geschmückte Balken musste korrekt vermessen und mit Korn benetzt werden, dann hieß es für Andreas Böning „aufsitzen“.
Der hammerharte Ritt des Feuerwehrchefs erweckte bei einem Besucher reines Mitleid: „Ich hoffe, er hat reichlich Heilsalbe zu Hause.“ An jeder Ecke des Neubaus donnerten die Träger-Balken samt Reiter kräftig gegen das Mauerwerk, an jeder Ecke wurde neu eingeschenkt – Böning schwankte, aber er fiel nicht.
Standfest wurde der Balken schließlich an den Dachstuhl genagelt und die Zimmerleute zählten penibel die Hammerschläge des Elsflether Bauamtsleiters Hartmut Doyen mit.
Segensspruch erteilt
Einmal rund um das Haus marschierten die Sandfelder Mädchen mit der stattlichen Richtkrone, dann hing sie an ihrem vorgesehenen Platz in luftiger Höhe – jetzt war die Zeit für den Richt- und Segensspruch des Zimmerermeisters Frank Haase.
Danach war dann die Zeit, das Ereignis in gemütlicher Runde im Sandfelder Altbau zu feiern.
