ELSFLETH/SANDFELD - ELSFLETH/SANDFELD - „In die Tüten mit dem Müll“ heißt es in Elsfleth traditionell am zweiten Wochenende im April, wenn sich Mitglieder von Bürgervereinen oder Privatpersonen aufmachen, um die Hinterlassenschaften der Zeitgenossen einzusammeln, für die das Wort von der „sauberen Umwelt“ keinen Stellenwert hat.

Schlappe sechs Grad über Null, ein stürmischer kalter Wind aus West und Mix aus Sonne und Wolken begleiteten am Sonnabend Elsflether Müllsammler und am Sonntag die „Tour de Müll“ des Bürgervereins „Rund um Sandfeld“. Zum vierten Mal suchten sechs Anwohner der Nelken- und Fliederstraße die Region an der Bundesstraße von der Ampelkreuzung bis zur Einfahrt Watkenstraße auf beiden Seiten über drei Stunden nach Unrat ab. Dass sie fündig wurden, bewiesen 20 vollgepackte Müllsäcke voller Plastikmüll, Getränkeflaschen, Dosen, Reifenteilen und Papier. Müllsammler Burkhard Leibrock setzte mit dem Engagement seiner Mitstreiter auf eine Vorbildfunktion: „Wir hoffen darauf, dass unsere Mitbürger das Gefühl haben, eine ordentliche Landschaft zu sehen und sich ebenfalls für freiwillige Müllsammlungen einsetzen.“

Großen Einsatz zeigte am Sonntag der Bürgerverein „Rund um Sandfeld“. 30 Erwachsene und acht Kinder rückten bei eisigem Wind mit Trecker, Anhänger und Forken dem Unrat in den Bereichen Sandfeld, Süderfeld und Moorstraße zu Leibe. Neben dem üblichen Wohlstandsmüll fand sich auch Unappetitliches: zahlreiche Windelpakete samt anrüchigem Inhalt. Dennoch – die Ausbeute war längst nicht so umfangreich gewesen wie in den vergangenen Jahren, berichtete Vereinsvorsitzender Klaus Schweers. Großes Lob zollte Schweers dem engagierten Einsatz der Vereinsmitglieder, ganz im Gegensatz zum Vorsitzenden des Bürgervereins Moorriem, Wilfried Vahrenkamp. Der hatte am Sonnabend kurzerhand die traditionelle Müllsammlung in Moorriem wegen mangelnder Beteiligung abgeblasen. Vahrenkamp: „Wenn sich nur sechs Leute anmelden, kann man die Sache vergessen.“ So wird in Moorriem in diesem Frühjahr der Dreck wohl liegen bleiben.