ELSFLETH - ELSFLETH/JL - „Leinen los!“ hieß es gestern wieder auf dem Traditionsschiff „Franzius“. Die Crew hatte Instandsetzungsarbeiten auf dem Schiff ausgeführt und verabschiedete sich aus Elsfleth. Der Nachbau eines Plattbodenschiffs ist ein häufig und gern gesehener Gast in Elsfleth und wird spätestens zu den Seefahrtstagen vom 11. bis 13. Mai wieder hier sein.
Ebenso wie weitere Fahrzeuge, die im Ausbildungsbetrieb BBV-Sailing gebaut worden waren, geriet auch die „Franzius“ in Turbulenzen. Nach der Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens hatte der Insolvenzverwalter den Verkauf aller Schiffe angeordnet. Nun wurde aber ein Förderverein gegründet, der dies wahrscheinlich verhindern wird (siehe Interview rechts).
Die „Franzius“ ist der Nachbau eines typischen Plattbodenschiffs, das zwischen dem 17. und dem Ende des 19. Jahrhunderts auf der damals stark versandeten Weser fuhr. Charakteristisch für diese Fahrzeuge sind die seitlich angebrachten Schwerter, die eine Abdrift bei Seitenwind verhindern.
Das Schiff wurde nach alten Zeichnungen gebaut; Konstruktionspläne lagen nicht vor. Es ist einschließlich Klüver knapp 29 Meter lang und 6,4 Meter breit. Die Verdrängung beträgt 65 Tonnen.
„Bei uns lernt man traditionelle Seemannschaft“, wirbt Skipper Hannes Burgholz. Um das Schiff zu manövrieren sind drei bis vier Leute nötig, Für Tagesfahrten können bis zu 36 Personen an Bord gehen, für Törns die länger dauern, gibt es an Bord insgesamt 20 Kojen.
