ELSFLETH - ELSFLETH - Von der Vision zur Realisation: Anfang 2007 sollen die Bauarbeiten des „Jahrhundertprojekts“ an der nordwestdeutschen Küste beginnen, mit der Inbetriebnahme des JadeWeserPort bei Wilhelmshaven wird gegen 2010 gerechnet. Die Experten sind sich einig: Als einziger Tiefwasserhafen (18 Meter) birgt der JadeWeserPort Chancen für den strukturschwachen Norden, er wird ein europäisches Drehkreuz für den Seetransitverkehr, er soll Jobmotor mit rund 2000 Arbeitsplätzen werden und er wird angesichts des boomenden Containerverkehrs in der Lage sein, Containerschiffe mit einer Kapazität von mehr als 8000 TEU bei einer Länge bis zu 430 Metern Länge und einem Tiefgang bis zu 16,50 Meter aufnehmen können.

Ob das Projekt auch Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung der Wesermarsch bietet, darüber informierten und diskutierten am Montagabend beim 5. Elsflether Schifffahrtsforum in der vollbesetzten Aula des Fachbereichs der Geschäftsführer der Jade Weser Port Realisierungsgesellschaft, Helmut Werner, Prof. Klaus Harald Holocher (Fachbereich Seefahrt) und Jörg Wilke, Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Wesermarsch. Moderator der Podiumsdiskussion war der Sprecher des Elsflether Schifffahrtsforums, Erhard Bülow.

Als erster Referent umriss Helmut Werner das Planungskonzept. Der Terminalfläche von 120 Hektar schließe sich eine Logistikzone mit 170 Hektar Fläche zur Ansiedlung hafennaher Industrie- und Logistikunternehmen an, so Werner. Die Investitionen lägen im Bereich der Infrastruktur bei 600 Mio. Euro, in der Suprastruktur bei 350 Mio. Euro. Mit der vollständigen Auslastung des Terminals mit einem Umschlag von 2,7 Mio. Standardcontainern pro Jahr rechnet Werner gegen 2016. Von „eminenter Bedeutung“ sei der Bau der A 22: „Wir brauchen dringend diesen ,Bypass‘ zur A 1 als Ergänzung des transeuropäischen Netzes.“ Der Sprecher zeigte sich überzeugt, dass die Wertschöpfung auch auf Region Wesermarsch Einfluss haben wird : „Mit Sicherheit wird es eine Kooperation mit den Unterweserhäfen geben.“

Natürlich hätten die Port-Planer die neue Generation der Containerschiffe, wie sie von der Maersk-Line bereits in Betrieb gestellt wurden, im Kopf gehabt, so Prof. Dr. Klaus-Harald Holocher. An der zukünftigen Betreibergesellschaft Eurogate werde sich die Maersk-Group (die größte Reederei der Welt) mit 30 Prozent beteiligen. Aber auch für die Unternehmen der näheren Region sind laut Holocher Beteiligungschancen in allen Phasen gegeben, das verlange aber ein zügiges Handeln. Holocher: „Wer bis zur Abfertigung des ersten Containerschiffs wartet, der kommt zu spät!“ Fest überzeugt vom Erfolg des Projekts ist Jörg Wilke: „Der JadeWeserPort bietet Chancen, Chancen, Chancen! Die Unternehmen unserer Region müssen auf Veränderungsprozesse reagieren und dürfen sich nicht von einer ,Sofaguerilla‘ beeinflussen lassen.“ In welcher Phase sich mittelständische Betriebe einbringen können, solle in einer Datenbank aufgelistet werden, so Wilke. Er plädiere dafür, das Hafenprojekt und die geplante A

22 nicht aus der „Sicht des Maulwurfs, sondern aus der Sicht der Möwe“ anzuschauen.