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Stadtentwicklung Liener Sieltief wird Forschungsstandort

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ELSFLETH - Gute Gründe gibt es nach Ansicht von Elsfleths Bürgermeister Diedrich Möhring für eine dritte Änderung des Flächennutzungsplanes, die das Gebiet nördlich des Liener Sieltiefs betrifft.

Die Änderung würde die rechtliche Grundlage für eine Erweiterung des Campus als „Sonderbaufläche Maritim“ schaffen. Ein vier Hektar großes Gelände vom Ufer bis Deich ist bereits als Sondergebiet ausgewiesen, die geplante zusätzliche Erweiterung betrifft das verschlickte alte Huntebett, ein Areal von zirka 5,2 Hektar. Angedacht ist das Gebiet für ein Zentrum für Maritime Logistik und Technik, Aus- und Weiterbildung, Umweltschutz sowie Meeres- und Klimaforschung.

Zur Information der Bürger hatte die Stadt Elsfleth Interessierte in den Heye-Saal eingeladen. Über die Planungsmodalitäten berichteten die Diplom-Ingenieure Rita Abel und Johannes Ramsauer von der NWP-Planungsgesellschaft Oldenburg. Seitens der involvierten Behörden seien keine grundsätzlichen Bedenken laut geworden, so Abel, fest stünde jedoch, dass Deich- und Hochwasserschutz beachtet werden müssten.

Keine Beeinträchtigung

Auch die Naturschutzbehörden erwarteten keine erheblichen Beeinträchtigungen, da dort keine speziell geschützten Arten vorkämen, ergänzte Ramsauer, die Versiegelung von zirka 80 Prozent der Flächen bedingten aber einer Ausgleichsmaßnahme. Diedrich Möhring: „Wir rechnen mit einem Planungszeitraum von mindestens zwei Jahren. Es wird keine Entscheidung getroffen, bevor nicht alle relevanten Daten gesammelt sind.“

Bedenken der Anlieger

Bedenken seitens der Anlieger des Liener Deiches gab es trotzdem. Eine Elsfletherin bezeichnete es als einen „ganz massiven Einbruch in einen Naturbereich hineinzugehen“. Andere Anlieger befürchten ein erhöhtes Verkehrsaufkommen durch Lastwagen, wenn das ausgewählte Gebiet mit viel Sand aufgefüllt werden muss. „Es kann nicht sein, dass hier ein ganzer Stadtteil kaputt gefahren wird,“ warnte eine Elsfletherin. „Schwere LKW können Schäden an unseren Häusern verursachen und das heißt letztlich eine Wertminderung unseres Eigentums“.


Das zweite Thema des Infoabends behandelte die Änderung des Bebauungsplans westlich der B 212. Der inzwischen über 50 Jahre alte Plan beinhaltet eine rigide Regelung der Bebauungsvorschriften und engt den Spielraum der Anlieger erheblich ein. Mit einer Änderung, die den Anliegern geplante Bauvorhaben ohne behördliches Hickhack ermöglicht, konnten sich die Anwesenden gut anfreunden.

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