ELSFLETH - Seit Gerold Büsing (54) denken kann, sind die Störche da. Er war noch ein kleiner Junge, da entschieden sich die großen Vögel für den Hof in Fünfhausen. Seit den 50er-Jahren leben sie auf dem Hof der Familie Büsing. Nach mehreren Umzügen auf dem Grundstück haben sie sich für das Dach des Stalls, ein altes Niedersachsen-Haus, entschieden. In diesem Jahr gab es Nachwuchs.
Vier Junge haben sie bekommen, so Büsing. Die Jungstörche sind Anfang August Richtung Süden aufgebrochen, ihre Eltern werden in den nächsten Tagen folgen, vermutet der Storchenvater.
Das Storchen-Domizil in Fünfhausen ist nicht das einzige im Elsflether Stadtgebiet. Es gibt noch weitere, wie etwa bei Familie Dettmann in Oberhammelwarden. Das Ehepaar Mady und Herbert Dettmann kümmert sich seit Jahren um die Tiere. Im vergangenen Jahr schlüpften dort fünf Jungstörche, die mittlerweile schon groß sind. Das große Bild zeigt die Storchen-Familie der Familie Dettmann. Bei Wind und Wetter sieht das Ehepaar Dettmann nach den Tieren und füttert sie auch regelmäßig. Auch in Neuenfelde auf dem Hof Raddatz und in Moordorf am Höfeweg wohnen Storch-Familien.
In diesem Jahr machte der trockene Frühling den Storch-Sippen enorm zu schaffen, erklärt Udo Hilfers (53), Leiter der Storchenpflegestation in Berne-Glüsing. Durch das trockene Wetter gab es weniger Würmer und Schnecken, dadurch wurde das Nahrungsangebot kleiner, so Hilfers.
Im schlimmsten Fall führte das dazu, dass die Elterntiere ihre Jungen töteten, weil die Nahrung nicht ausreichte. In einigen Fällen werden die Jungen von ihren Eltern sogar gefressen. Das heißt im Fachjargon Chronismus. Manchmal werden die Jungen aber auch einfach aus dem Nest gestoßen, so Hilfers.
Trotz dieser Besonderheit sei der Bestand an Störchen in der Wesermarsch und auch in Elsfleth stabil, betont der Leiter der Storchenpflegestation. Nach Berne ist in Elsfleth das zweitgrößte Storchen-Aufkommen.
Eine Gefahr für Störche seien zunehmend die Windanlagen und die zahlreichen Maisfelder, so Hilfers.
